18. März 2020 Leave no one behind! – Griechische Lager jetzt evakuieren

  • Kampagnenstart #LeaveNoOneBehind
  • SEEBRÜCKE fordert die sofortige Evakuierung der griechischen Lager
  • SEEBRÜCKE fordert ein Ende des Türkei-EU-Abkommens

Die Ausbreitung des Corona-Virus in Europa – und in der gesamten Welt – einzudämmen, ist extrem wichtig. Aber dabei dürfen schutzbedürftige Menschen an den Außengrenzen Europas nicht vergessen werden. Für die Eindämmung sind Distanz und besondere Hygiene entscheidend. Richtigerweise werden Menschen dazu aufgerufen, sich verstärkt die Hände zu waschen und Mindestabstände zu anderen Menschen einzuhalten. Diese Handlungsanweisungen zu beachten, ist in den griechischen Camps für geflüchtete Menschen schlicht unmöglich. Alleine im Camp Moria leben über 20.000 Menschen, obwohl dies für maximal 3000 Menschen ausgelegt ist. Tausende teilen sich einen Wasserhahn und Seife gibt es nicht.

„Wer schon kleine Versammlungen verbietet, muss diese Massenlager sofort auflösen”, sagt Maileen Hintze von der SEEBRÜCKE „die Menschen in den griechischen Lagern dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden. Wir fordern, dass alle Menschen unverzüglich evakuiert werden und in den zahlreichen Sicheren Häfen ein neues Zuhause finden. Hier können sie medizinisch gut versorgt werden. Wer jetzt nicht handelt, macht sich mitschuldig!”

Heute vor vier Jahren wurde das EU-Türkei-Abkommen ins Leben gerufen, durch das viele Menschen auf ihrer Flucht an der Weiterreise in die EU gehindert werden. 

Dazu äußert sich Markus Groda von der SEEBRÜCKE:
„Anstatt den Deal mit der Türkei zu verlängern, wie es Merkel und Macron anstreben, muss er unverzüglich beendet werden. Kein weiteres Geld an das diktatorische Regime von Erdogan. Nicht Grenzen, sondern Menschen müssen geschützt werden. Die Sicheren Häfen in Deutschland und in der EU sind bereit, diese Menschen aufzunehmen.”

Julia Solbach, Juristin, sagt: „Weiterhin wird von griechischer Seite mit Gewalt gegen wehrlose Menschen vorgegangen und sogar auf sie geschossen. Das muss sofort aufhören. Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht und muss umgehend wieder hergestellt werden.”

‘Wir halten zusammen: #LeaveNoOneBehind! Schließt Euch jetzt mit kreativen Protestformen und Aktionen an! Wir werden jetzt laut und unermüdlich sein und die Regierung unter Druck setzen, bis endlich die humanitäre Krise an den europäischen Außengrenzen beendet ist. Seid kreativ, zeigt mit orangenen Farben Solidarität und beteiligt euch an Aktionen, denn nur gemeinsam und geschlossen können wir der humanitären Katastrophe ein Ende bereiten!’

Der gesamte Aufruf ist auf der Homepage der SEEBRÜCKE zu finden. Dort werden in Kürze alle Aktionsformen zum Mitmachen bei Leave No One Behind aufgeführt.

Die SEEBRÜCKE ist eine breite zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich für die zivile Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und für die dauerhafte Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland einsetzt.