Minden

Save the date – 16. Mai 2019 – Rettungskette für Menschenrechte – Teilabschnitt Minden

Möchten Sie mehr erfahren? RETTUNGSKETTE@WELTHAUS-MINDEN.DE

09.03.2020 – Briefe an ostwestfälische Mitglieder des Bundes- und Landtages
und an westfälische Mitglieder des Europäischen Parlaments – aus tiefer Sorge um unser Land, um unsere grundgesetzlich geschützten Werte, aus tiefer Sorge um unsere Verantwortung vor der Geschichte

Nach nur drei Tagen waren es 170 Einzelpersonen und 19. Organisationen, die einen Brief unseres zivilgesellschaftlichen Bündnisses Seebrücke Minden mitunterzeichnet haben:

„Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Deutsche Bundestag erneut am 04.03.2020 die Aufnahme von 5.000 Geflüchteten aus Griechenland abgelehnt hat. … Seit Jahren leidet die Zivilbevölkerung in Syrien unter einem Bürgerkrieg, der auch von außen immer wieder neu entfacht wird. Mehr noch: Einrichtungen der Zivilgesellschaft, Schulen, Krankenhäuser, Wohnhäuser werden bewusst und gezielt bombardiert, um vermeintliche Unterstützerinnen und Unterstützer zu demoralisieren. Dies ist inakzeptabel und als Kriegsverbrechen zu ahnden. … 

Sie kennen diese Nachrichten, wissen vielleicht sogar noch mehr als wir. Und wir sind sicher, dass auch Sie der Meinung sind, dass dies im Grunde inakzeptabel ist. Wir nehmen Ihre Sorge wahr, dass offene Grenzen Europa überfordern könnte, dass auch in Deutschland viele Menschen offene Grenzen fürchten. Wir nehmen auch das perverse Spiel von Herrn Erdogan wahr, dass er sowohl in Syrien als auch in Libyen, als auch im eigenen Land spielt. Und es gibt gewiss keine einfachen Lösungen. Flucht und Migration sind das Ergebnis jahrzehntelanger Versäumnisse in komplexen globalen Systemen. Die Probleme überrennen uns derzeitig, und gleichzeitig bedingen sie sich. Aber ist dies Grund genug, die Opfer erneut zu opfern? Ist dies Grund genug, internationale und für alle geltende Menschenrechte zu ignorieren? 

In den geheimen Archiven des Warschauer Ghettos befindet sich ein Dokument, das die Verzweiflung der Eingeschlossenen auf den Punkt bringt. „Weiß die Welt von unserem Leid? Und wenn sie es weiß, warum schweigt sie?“ Schweigen war das Kapital des Dritten Reiches. Mutig haben die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes daraus eine Lehre gezogen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Viele von uns Älteren im zivilgesellschaftlichen Bündnis Seebrücke Minden haben sich geschworen, nicht mehr zu schweigen, nicht mehr wegzusehen, nicht mehr zu meinen, Schweigen und Wegsehen würde irgendetwas verhindern. Es verhindert nichts. Es lässt nur zu, dass Gewalt siegt, dass Hass den öffentlichen Raum vergiftet, dass die rechte Szene in unserem Land hämisch feststellt: Schaut hin, sie alle sehen die Dinge wie wir. Mit Sorge nehmen wir wahr, wie unsere Demokratie daran zu zerbrechen droht. Und darum sind wir der Überzeugung: Europas Abschottung, Deutschlands Unterstützung durch Bundestagsbeschlüsse wie den vom 04.03.2020 bewirken genau das Gegenteil von dem, was intendiert ist. Sie verschärfen die Krisen. Sie stärken die Falschen. Es nimmt uns unsere Stärke: Das gemeinsame Bekenntnis zu den Werten unseres Grundgesetzes und unserer Verantwortung vor unserer Geschichte. Alles andere nährt den wachsenden Rassismus und Antisemitismus in unserem Land, das ist unsere feste Überzeugung. … 

Nutzen Sie bitte all Ihren politischen Einfluss, 

03.03.2020 – Mahnwache auf dem Friedensplatz – Protest gegen die Menschen verachtende Abschottung der europäischen Außengrenze

Es war ein spontaner Entschluss. Zwischen der Entscheidung, zu einer Mahnwache einzuladen, und ihrem Beginn um 18.00 Uhr lagen gerade einmal neun Stunden. Der Aufruf ging um 11.30 Uhr ins Netzwerk. Mit 60 bis 70 Personen haben wir gerechnet. Es kamen 130. „„Der türkische Präsident Erdogan setzt syrische Kriegsflüchtlinge als Druckmittel gegen die EU ein – und in Brüssel sieht man derzeit nur eine Lösung: Grenzen dicht, um jeden Preis.“ So titelt DER SPIEGEL / Online-Nachrichten am 02.03.2020. So werden die Opfer eines verbrecherischen Bürgerkrieges, in den nicht zuletzt auch Herrn Erdogan für seine Machtinteressen militärisch eingreift, ein zweites Mal zu Opfern, nun aber einer europäischen Außen- und Flüchtlingspolitik, die offensichtlich auch nicht bereit ist, Menschenrechte zu schützen einschließlich des Rechts der Flucht aus Bürgerkriegsgebieten und des Asyls in sicheren Fluchthäfen. Statt Griechenland in der Aufnahme der Flüchtenden zu unterstützen

steht Europa kurz davor, Menschen im Mittelmeer zu ertränken, indem Schlauchboote angegriffen werden, Flüchtende an Europas Grenzen mit militärischen Mitteln zu bekämpfen bei gleichzeitiger Aussetzung aller Menschenrechte auf Flucht und Asyl. … 

So erwarten wir – in Aufnahme einer „Eil-Petition: Humanitäre Krise in Griechenland: Deutschland und Europa müssen Flüchtlingen Schutz bieten“ von der Bundesregierung:

22.02.2020 – 2000 Mindener*innen auf dem Kleinen Domhof – Minden gegen Rechts

Am 22.02.2020 folgten 2.000 Mindenerinnen und Mindener dem Aufruf eines breiten Bündnisses, gegen die Morde in Hanau ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und rechter Hetze und Gewalt zu setzen. Wir als Seebrücke Minden haben den Aufruf mitunterzeichnet. Alle 2.000 haben wir dann eingeladen, am 16.05.2020 erneut zusammen zu kommen und sich mit vielen Menschen aus der Region an der Rettungskette für Menschenrechte von der Nordsee bis zum Mittelmeer zu beteiligen: „Wir von der Seebrücke Minden haben zugesagt, für die Strecke zwischen der Grenze zu Niedersachsen bis zur Ortsgrenze von Bad Oeynhausen unser Bestes zu geben. Unser Ziel, zumindest von Fort A bis zum Vereinshaus der KSG und mitten durch unsere Innenstadt eine solche Rettungskette für Menschenrechte hinzubekommen.“ Hierfür brauchen wir ca. 1.800 Personen, die sich einreihen. Die Veranstaltung „Minden gegen Rechts“ lässt uns hoffen, dass wir ein noch längeres Teilstück hinbekommen.

10.02. bis 06.03.2020 – Themenwochen in Minden: Flucht – Migration – Rassismus / Minden gegen Rechts

Vom 10.02. bis 06.03.2020 luden das zivilgesellschaftliche Bündnis „Seebrücke-Minden“ in Zusammenarbeit mit dem Welthaus, der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Volkshochschule und der Stadtbibliothek Mindens zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen „Flucht – Migration – Rassismus“ ein. 

Das Gerüst für die Themenwochen war die Ausstellung „“Schwarz ist der Ozean” – Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun?“ von Serge Palasie. 

Serge Palasie ist Promoter im Eine Welt Netz NRW e.V. „Was haben volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun? … Man kann die Gegenwart kaum verstehen, wenn man die Geschichte nicht kennt. Diese Ausstellung trägt dazu bei, den oft oberflächlichen Diskussionen mehr Tiefe zu verleihen. Flucht bleibt noch lange ein Thema entwicklungspolitischer Aufklärungsarbeit.“ 

In sechs Roll-up-Banner wird in eindrucksvoller Klarheit eine Linie zwischen dem Aufbruch europäischer Eroberer im 16. Jh. und den heutigen Fluchtbewegungen gezogen. Mehr dazu unter https://eine-welt-netz-nrw.de/ausstellungen/flucht/. 

Um die Ausstellung herum gliederten sich weitere Veranstaltungen:

Martin Kollek, erster Offizier auf der Sea Watch 2 und 3, berichtete von seinen Erfahrungen auf dem Mittelmeer. Unterstützt von Fotos und kleinen Filmmitschnitten gab er den etwa 50 Zuhörer*innen einen bewegenden Einblick in die Arbeit der Seenotretter*innen. „In der Migrationspolitik gibt es keine Patentrezepte. Aber Menschenwürde und Menschenrechte sind keine Verhandlungssache.“ Wer ihm zugehört und ihm dabei ins Gesicht geschaut hat, hat die tiefen Spuren wahrgenommen, die diese Erfahrung hinterlassen hat.

Ein besonderes Angebot richtete sich an Oberstufenschüler*innen. Ausgangspunkt war ein Film, der kurze Gespräche zwischen Bootsflüchtlingen und Touristen auf Lesbos dokumentiert. Es schlossen sich persönliche Berichte von jungen Bootsflüchtlingen an, die mittlerweile in Minden leben. Für die ca. 60 Schüler*innen eine Begegnung mit Geflüchteten, die nachhaltig weiterwirkt. 

MitReden ist ein besonderes Format der Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek. Vier Mal im Jahr werden besonders brisante Themen aufgegriffen. Ziel ist ein intensiver Meinungsaustausch unter den Anwesenden. Im Rahmen der Ausstellung wurde nun in diesem Format zu einer offenen Gesprächsrunde unter dem Thema „Flucht nach Europa: Ursachen – Erfahrungen – politisches Handeln“ eingeladen. Auf kurze Statements aus der Kommunalpolitik (Ulrich Stadtmann, CDU-Fraktionsvorsitzender) und dem zivilgesellschaftlichen Bündnisses Seebrücke Minden (Rüdiger Höcker, einer der Sprecher) folgte ein intensiver Gedankenaustausch der 46 Anwesenden um die Fragen: Was für ein Europa wollen wir? Und: Wie kann in Minden Integration besser, nachhaltiger und störungsfreier gestaltet werden. 

Den Schluss der Themenwochen bildete das Thema „Alltagsrassismus“ in Verbindung mit unserem vorurteilsbehafteten Afrikabild. Ausgehend vom Film „Ich gehe immer leise“ ging es um einen neuen Blick auf Afrika und seine Geschichte. „Errungenschaften Afrikas – die andere Seite einer Realität“. Dr. Keith Hamaimbo, von dem der Film und das Buch ist, stellte sich zusammen mit Serge Palasie, der noch einmal angereist war, den Fragen der etwa 45 Zuhörerinnen und Zuhörer. Gibt es eine Trennlinie zwischen Vorurteilen und rassistischem Denken? Woran erkennen wir Alltagsrassismus und wie lernen wir, selbstkritisch ihn zu überwinden.

 

 

 

 

SEEBRÜCKE MINDEN beteiligte sich am Globalen Klimastreik
am 20.09.2019 in der Mindener Innenstadt.

Ca. 1.900 Bürgerinnen und Bürger (Mindener Tageblatt), Junge und Alte, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Berufstätige und Rentnerinnen und Rentner machten sich auf den Weg durch die Mindener Innenstadt, um den Forderungen nach einer globalen Klimawende, nach Klimagerechtigkeit, nach einer klimaneutralen Wirtschaftspolitik lautstark Ausdruck zu geben. Auf Einladung von Fridays for Future Minden war das Netzwerk SEEBRÜCKE MINDEN eine von mehreren Initiativen, die ihre Arbeit, ihre Forderungen, ihre konkreten Ideen für Veränderungen vorstellten. Für die SEEBRÜCKE MINDEN sprachen Jule Kegel und Rüdiger Höcker. Hier der Redebeitrag:

„Die Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die gesamte Zivilisation. Sie geht uns alle an. Sie bedroht schon heute den Lebensraum von Millionen von Menschen.

Indonesien – viertgrößtes Land der Welt, 250 Millionen Einwohner, mehr als 17.000 Inseln – plant gerade, seine Hauptstadt zu verlagern. Präsident Joko Widodo will mit seiner Regierung dringend weg aus Jakarta, denn Jakarta versinkt im Meer. Etwa 30 Millionen Menschen sind davon betroffen, 30 Millionen Menschen, die der Klimawandel vertreibt.

Der Klimawandel ist eine der Hauptursachen für Flucht und Migration. Dabei gilt: Die schon heute spürbaren Folgen des Klimawandels treffen in besonderer Weise diejenigen, die besonders wenig zur globalen Erwärmung beigetragen haben und beitragen.

Wir stehen hier für das Mindener Seebrücken-Netzwerk. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen auf sicheren Fluchtwegen unterwegs sein können. Die gegenwärtige Situation auf dem Mittelmeer ist unerträglich. Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt, dass Europa zusieht, wenn Menschen auf der Flucht ertrinken. Wenn wir dies heute unwidersprochen hinnehmen, was werden wir morgen hinnehmen, wenn der Klimawandel uns alle umtreibt? Wir brauchen Lösungen für komplexe Zusammenhänge. Und bis diese Lösungen greifen, brauchen wir Mut zur Menschlichkeit. Wir sind sehr froh, dass die Stadtverordnetenversammlung Mindens mit überzeugender Mehrheit Minden zu einem sicheren Hafen erklärt hat.

Wollen Sie etwas mehr über unser Netzwerk „Seebrücke Minden“ erfahren oder wollen Sie von uns regelmäßig informiert werden, sprechen Sie uns an. Sie erkennen uns an unserem Logo.

Wir stehen hier gemeinsam mit den Mindener Akteurinnen und Akteuren von Fridays for Future, weil wir davon überzeugt sind, dass ein Klimawandel, den wir nicht in den Griff bekommen, zu ungeahnten Fluchtbewegungen führen wird. Hitze, Dürren und Überschwemmungen zerstören schon heute die Lebensgrundlage von Menschen im globalen Süden und zwingen sie zur Flucht.

Ob zerstörte Lebensgrundlage, Armut, Ausbeutung oder Krieg – wer in Europa Schutz sucht, muss ihn finden. Gleichzeitig stehen wir für ein globales Wirtschaftssystem, dass nicht länger auf Wachstum und Gewinnmaximierung setzt, sondern auf soziale Verantwortung und einen schonenden Umgang mit der Natur. Als SEEBRÜCKE stehen wir an der Seite aller, die für Klimagerechtigkeit eintreten.

Wenn Regierungen und Konzerne, nicht zuletzt auch die Finanzwirtschaft, nicht handeln, wenn sie weiter zulassen, dass die Erde ausgebeutet, die Natur ausgelöscht und Lebensgrundlagen zerstört werden, wenn wir länger zulassen, dass unser globales Wirtschaftssystem nicht im Dienst des Lebens, sondern im Dienst von Gewinnmagen steht, werden wir den Kampf um Menschenrechte, um das Recht auf vielfältiges Leben auf unserem Planeten Erde verlieren.

Mehr und mehr Menschen werden auf der Flucht vor Naturkatastrophen sein. Und es wird nicht mehr nur ein Phänomen sein, was in fernen Ländern passiert, sondern jede und jeder von uns könnte einer dieser Menschen sein.

Von uns allen ist jetzt Beharrlichkeit gefragt. Das Politikversagen hält an. Wir halten durch. Nicht länger dieses Sterben an den Grenzen Europas! Nicht länger diese halbherzigen Versuche, unser Klima zu retten. Nicht länger eine Politik auf Kosten der Menschheit und der Menschlichkeit.“

SEEBRÜCKE MINDEN auf dem 2. Nachhaltigkeitsmarkt
am 14.09.2019 in der Mindener Altstadt

Zuvor warben wir auf dem 2. Nachhaltigkeitsmarkt im Rahmen des Schnurrviertelfestes in der Mindener Altstadt rund um den Friedensplatz um die Teilnahme am Globalen Klimastreik. Mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger ließen sich informieren über die Arbeit, die Ziele und die Motivation des Mindener Seebrücken-Netzwerkes.

© Detlef Müller

© Detlef Müller

 

 

Seebrücke Minden –
Minden soll sicherer Hafen werden

Stand: 11.07.2019

Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung haben mit überzeugender Mehrheit – lediglich drei Stadtverordnete stimmten dagegen und bei einer Enthaltung – Minden zu einem sicheren Hafen erklärt. In der Begründung heißt es: „Mit Trauer und Entsetzen sehen wir, dass im Mittelmeer nahezu täglich Flüchtende in Seenot geraten und ihr Leben verlieren, weil es keine gemeinsame europäische Seenotrettung gibt und zivile Seenotrettungsinitiativen aktiv daran gehindert werden, im Einklang mit dem internationalen Seerecht Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Unabhängig von den verschiedenen Positionen zur Asyl- und Migrationspolitik, die es in unserer Stadtgesellschaft und auch in der Stadtverordnetenversammlung gibt, bekennen wir uns gemeinsam zum Menschenrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie zum Schutz der Menschenwürde.“ 

Superintendent Jürgen Tiemann, einer der beiden Schirmherren, betonte in einer kurzen Ansprache an die Stadtverordneten: „Die Seebrücken-Bewegung ist im europäischen Kontext etwas Besonderes: Zivilgesellschaft und Kommunalpolitik an der Basis demokratischer Selbstbestimmung fühlen sich verbunden und gemeinsam verantwortlich für ein demokratisches, friedliches füreinander einstehendes Europa. … Indem wir auf kommunaler Ebene vor Ort Hilfe anbieten, um die im Mittelmeer aus Seenot geretteten Menschen aufgenommen werden, wollen wir hier in Minden Verantwortung übernehmen für die Integration dieser Menschen in unsere Zivilgesellschaft.“

Nun gilt es in gemeinsamer Verantwortung der Zivilgesellschaft und der Kommunalpolitik den Worten Taten folgen zu lassen. Noch einmal aus der Begründung: „Die Bundesrepublik Deutschland und die gesamte europäische Staatengemeinschaft sind aufgefordert 

Als „sicherer Hafen“ leisten wir gemeinsam mit vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland und Europa einen kommunalen Beitrag zu einer solchen menschenrechtskonformen europäischen Migrationspolitik.“

 

Stand: 08.07.2019

Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses „Seebrücke Minden“ überreichten heute dem Bürgermeister Michael Jäcke 980 Unterschriften Mindener Bürgerinnen und Bürger, die damit die Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 11.07.19 „Minden soll sicherer Hafen werden“ unterstützen. In Vertretung der beiden Schirmherren Superintendent Jürgen Tiemann (Evangelischer Kirchenkreises Minden) und Propst Roland Falkenhahn (Domgemeinde Minden) übergab Pfr. Bernhard Speller die Listen. 

Michael Jäcke unterstrich bei dieser Gelegenheit, dass er die Initiative aus tiefer Überzeugung unterstützen würde und dass er sehr hofft, dass die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag mit großer Mehrheit die Ratsvorlage annehmen wird. 

Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses erklärten: Es sei ein starkes gemeinsames Zeichen der Zivilgesellschaft und der Kommunalpolitik, Seite an Seite für sichere Fluchtwege und einen an den Menschenrechten sich orientierenden Umgang mit den Themen Flucht und Migration zu sorgen. Dass Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken und dass Menschen, die Ertrinkenden zur Hilfe eilen, kriminalisiert werden, ist genauso inakzeptabel wie die Tatsache, dass Menschen, die bereit sind, ein öffentliches Mandat zu übernehmen, um ihr Leben und das Wohl ihrer Familie fürchten müssen, weil sie Morddrohungen erhalten, öffentlich angegriffen und verunglimpft werden. Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist ein Weckruf an alle, die für eine offene, humane und an den Grund- und Menschenrechten orientierte demokratische Gesellschaft stehen. 

Stand: 03.07.2019

Im Gegensatz zur europäischen Abschottungspolitik und der Blockade der EU-Staaten setzen sich zahlreiche zivilgesellschaftliche, landes- und kommunalpolitische Akteure in ganz Europa für die Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen ein. Gerade auch einzelne Kommunen zeigen ihre Solidarität und Verantwortung. Immer mehr von ihnen erklären sich zu Sicheren Häfen für Geflüchtete. Ihr Zahl wächst von Woche zu Woche: https://seebruecke.org/lokal/.

Auch im ostwestfälischen Minden hat sich Anfang 2019 ein Netzwerk aus unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Akteuren gebildet. Ihr Ziel: Auch der Rat der Stadt Minden möge sich zu einem „sicheren Hafen“ für schiffbrüchige Geflüchtete erklären: Vgl. Anlage „Seebrücke Minden Ratsbeschluss – Vorlage“.

In den letzten Wochen und auf einem Aktionstag in der Innenstadt Mindens wurden am 15. Juni 2019 fast 1.000 Unterschriften von Mindener Bürgerinnen und Bürger gesammelt. In vielen Gesprächen an den aufgebauten vier Innenstadtständen wurde unterstrichen: „Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um Flüchtlinge von Europas Grenzen fernzuhalten, ist unerträglich, unverantwortlich und inakzeptabel. Migration ist und war schon immer Teil europäischer Geschichte. Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen.“

Noch vor den Sommerferien am 11.07.2019 wird die Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag beraten und hoffentlich beschließen:

  1. Die Stadt Minden bekennt sich zu ihrer Verantwortung, Menschen zu helfen und in unserer Stadt Schutz zu gewähren, die durch Krieg, Verfolgung und andere Notlagen ihre Heimat verlassen haben und in Europa bzw. Deutschland Zuflucht suchen.
  2. Als Zeichen der Menschlichkeit und des andauernden Engagements unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger erklärt die Stadtverordnetenversammlung Minden zu einem „sicheren Hafen“ für schiffbrüchige Geflüchtete. Als sicherer Hafen ist die Stadt Minden bereit und in der Lage, im Rahmen ihrer Möglichkeiten aus Seenot gerettete Menschen aufzunehmen und unterzubringen. Alle dazu notwendigen Ressourcen, insbesondere in den Bereichen Wohnen, Gesundheit und Bildung sind von Bund und Land NRW zur Verfügung zu stellen.
  3. Die Stadt Minden fordert die Bundesregierung, die Landesregierung NRW sowie die zuständigen Behörden auf, bis zur Vereinbarung einer humanitären EU-weiten Aufnahmeregelung für aus Seenot gerettete Geflüchtete zusätzliche Aufnahmeplätze in Deutschland anzubieten. Städten und Gemeinden, die sich dazu freiwillig bereiter­klären, soll es dabei künftig ermöglicht werden, diese Menschen direkt aufzunehmen. Wir fordern darüber hinaus die Schaffung eines EU-Förderprogramms zur besonderen Unterstützung von Kommunen, die sich um die Aufnahme Geflüchteter aktiv bewerben.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So beginnt unser Grundgesetz, dass vor kurzem seinen 70. Geburtstag feiern konnte. Das ist eine bleibende Verpflichtung. Gemeinsam können wir unserer humanitären Verantwortung bei der aktiven Seenotrettung gerecht werden und gemeinsam können wir etwas tun, damit nicht länger durch Unterlassung oder gar aktiver Behinderung unschuldige Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. Menschen auf der Flucht brauchen sichere Fluchtwege. „Zwingen wir sie, lebensgefährliche Fluchtwege zu nutzen, machen wir uns mitschuldig an ihrem Tod.“

Der Kreis der zivilgesellschaftlichen Unterstützerinnen und Unterstützer wächst gegenwärtig von Tag zu Tag. Zumindest die unterstützenden Initiativen, Gruppen und Vereine wollen wir hier auflisten:

Welthaus Minden, BSV Bund  für Soziale Verteidigung, Minden für Demokratie und Vielfalt e.V., Kolpingsfamilie Minden, GreenFairPlanet, Hope hilft e.V., Versöhnungsbund, EWDKV Eine Welt Dorf kultureller Vielfalt, Evangelischer Kirchenkreis Minden, Minden gegen Rechts, Jugendwerk Minden, Tucholsky-Bühne Minden, Simeons Herberge, Café der Kulturen, DPWV Der Paritätische NRW Kreisgruppe Minden-Lübbecke, Caritas Minden, KBW katholisches Bildungswerk Minden, Deutscher Kinderschutzbund Minden-Bad Oeynhausen e.V., Integrationsrat der Stadt Minden, Nachbarschaftschor Minden Bärenkämpen, Kreisjugendwerk AWO OWL, Diakonie Stiftung Salem, KSG Kanusportgemeinschaft, BF Bildungsforum Lernwelten, Flüchtlingshilfe Hafenschule Minden rechtes Weserufer, Evangelische Frauenhilfe Minden, Domgemeinde Minden, Ev.-Luth. St. Martini-Kirchengemeinde Minden, Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde Minden. Als Schirmherren: Superintendent Jürgen Tiemann, Propst am Dom Roland Falkenhahn.

VisdP: Seebrücke Minden, c/o Flüchtlingsberatung des Evangelischen Kirchenkreises Minden, Rosentalstraße 6, 32423 Minden