Kassel

Nächstes Öffentliches Plenum: 

Leider müssen unser nächstes Plenum aus bekanntem Grund ausfallen. Wir melden uns schnellst möglich wann wir weiter machen. Wenn Ihr zwichenzeitlich Ideen habt oder euch einbringen wollt schreibt uns gerne an über unsere Email Adresse: kassel@seebrücke.org oder bei Facebook: https://www.facebook.com/seebrueckekassel/. Wir freuen uns immer von euch zu hören.

#leavenoonebehind

 

Mittwoch 25.03.2020, in den Räumlichkeiten des Offenen Kanal, Kassel. Wie immer treffen wir uns zum Austausch von Ideen ab 19 Uhr. Kommt gerne vorbei und bring euch und eure Ideen ein.

 

 

Termine:

05.04.2020 Sonntag 

 

Wir hinterlassen Spuren – #LeaveNoOneBehind
Gemeinsamer bundesweiter Aktionstag am 5. April zur Evakuierung der griechischen Lager.

In den Lagern auf den griechischen Inseln müssen 40.000 Menschen unter katastrophalen Bedingungen ausharren. Etliche Organisationen fordern schon lange die Evakuierung zumindest von besonders gefährdeten Menschen aus diesen Lagern, denn die Situation ist seit jeher unerträglich, es fehlt an allem. Die Lager sind an sich eine permanente Menschenrechtsverletzung. Gegen diese unerträglichen Zustände, gegen die Angriffe der Faschist*innen und nun auch gegen die Corona-Viren, organisieren sich die Menschen vor Ort mit den unzureichenden Mitteln und Maßnahmen, um sich selbst,ihre Familien und Freund*innen zu schützen. Jetzt aber läuft die Zeit ab: Gefangen und isoliert auf den Inseln sind die der Corona-Pandemie ausgeliefert. Tatenloses Zuschauen heißt, die Menschen sterben lassen. Die deutsche Regierung muss jetzt handeln, sie muss jetzt evakuieren! Und sie kann es: Weltweit wurden deutsche Tourist*innen mit Flugzeugen zurückgeholt. Wir fordern eine Evakuierung von den griechischen Inseln, mehr als 140 aufnahmebereite Sicheren Häfen sagen: Wir haben Platz!

Unsere Solidarität endet nicht an nationalstaatlichen Grenzen, sie gilt für alle Menschen! In Zeiten der Corona-Pandemie stehen wir als Bewegungen und Organisationen vor neuen Herausforderungen. Gleichzeitig ist es notwendiger denn je, dass wir als Menschen aus diversen antirassistischen, antifaschistischen, menschenrechtlichen, queerfeministischen, Gesundheits-, Mieten- und Klimabewegungen und -organisationen, jetzt zusammenkommen und entschlossen dem verkürzten Solidaritätsbegriff von Merkel entgegentreten. Wie unsere Gesellschaft nach der Corona-Zeit aussieht, wird in diesem Moment verhandelt. Das können wir nicht denen überlassen, die jetzt die Schließung der Grenzen und autoritäre Maßnahmen feiern.

Wir hinterlassen Spuren!

Versammlungen von Menschenmengen sind zurzeit unverantwortlich. Genauso unverantwortlich wäre es aber, angesichts der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe nicht zu protestieren. Wenn wir nicht gemeinsam demonstrieren können, dann machen wir das nacheinander! Wenn wir uns mit zwei Meter Abstand an der Supermarktkasse anstellen können, dann können wir das auch für Solidarität!

Deshalb: Am Sonntag, den 5. April, setzen wir ein Zeichen. Wir setzen ein Zeichen unseres Protestes vor den Orten, die gerade darüber entscheiden, ob die Menschen auf den Inseln ihrem Schicksal überlassen werden oder nicht. Und wir setzen ein Zeichen an öffentlichen Orten und sagen: Hier ist Platz! Wir spazieren einzeln im Minutentakt an diesen Orten vorbei und hinterlassen dabei farbige Fußabdrücke oder leere Schuhe. Wir können nicht zeitgleich mit vielen an einem Ort sein und wir werden auf unserer aller Gesundheit achten, aber wir können trotzdem zeigen, dass wir viele sind und unsere Spuren im öffentlichen Raum hinterlassen.

Und wir sagen schon jetzt: Wir kommen und wir kommen wieder. Bis die Inseln evakuiert sind. Wir lassen niemanden zurück!

Mitveranstalter*Innen: Sea-Watch, Interventionistische Linke, We‘ll Come United!, Ende Gelände, Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte

#wirhabenplatz

#nichtunsereuropa

 

 

Mittwoch 04.03.2020 Kundgebung zur aktuellen Lage an den Grenzen Europas

https://www.facebook.com/events/1998624011224o4

Heute um 18 Uhr wollen wir Kassel sagen das es handeln MUSS.

Vor dem Rathaus werden wir Laut und deutlich sagen #wirhabenplatz.

Bild könnte enthalten: Text

 

Samstag 08.02.2020, Aktionstag der Seebrücke Gesamt.

#wirhabenplatz #evakuierenstattignorieren

 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus den Lagern auf den griechischen Inseln nach Deutschland evakuieren!

Samstag 08.02.2020, Kundgebung, Kassel und Lohfelden bleiben Bunt.

Die AfD Nordhessen lädt am kommenden Samstag, den 08. Februar, ab 14Uhr zu ihrem Neujahrsempfang in das Glashaus Kassel in Lohfelden ein.
Rassismus, Sexismus, Homophobie und Demokratiefeindlichkeit können wir,
ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, nicht einfach
unkommentiert geschehen lassen! 
Mit der AfD tritt eine demokratiefeindliche Partei auf, deren
politisches Programm auf dem Schüren von Ängsten vor Überfremdung
basiert, deren Ehrenvorsitzender den nationalsozialistischen Terror als
„Vogelschiss“ bezeichnet und die immer wieder gezielt Hass auf
Geflüchtete und deren Unterstützer*innen erzeugt.
Lohfelden hat die AfD sicher nicht zufällig als Austragungsort
gewählt. Im Jahr 2015 hielt hier der damalige Regierungspräsident Dr.
Walter Lübcke eine verhängnisvolle Ansprache im Rahmen der Errichtung
einer Erstaufnahme für Geflüchtete. Diese wurde immer wieder durch
Mitglieder der reaktionären KAGIDA Bewegung gestört. Die Aussage
Lübckes, dass diese „jederzeit dieses Land verlassen“ könnten,
führte zu einem jahrelangen rechten Shitstorm und nach aktuellen
Erkenntnissen auch zur Ermordung Lübckes im vergangenen Jahr. Sein
mutmaßlicher Mörder Stefan E. hatte wiederum erwiesenermaßen Kontakt
zur AfD, war u.a. Wahlhelfer bei den hessischen Landtagswahlen und Gast
bei diversen Veranstaltungen der Partei.
Wir laden daher alle Demokratinnen und Demokraten ein, am kommenden
Samstag ab 13 Uhr gewaltfrei aber entschlossen ein Zeichen gegen
reaktionäre Kräfte zu setzen. Unsere Kundgebung für eine
vielfältige, offene Gesellschaft wird auf der Crumbacher Straße nahe
des Glashaus Kassel stattfinden. Lohfelden und Kassel bleiben bunt!”

Link zur Facebook Veranstaltung:
https://facebook.com/events/s/kassel-und-lohfelden-bleiben-b/795361697650981/?ti=cl [1]

 

Vergangene Termine

Fluchtursachen made in Kassel – Für eine Welt, in der niemand fliehen muss!

Demo am 13.12.19, 18 Uhr, Am Stern in Kassel!

Es brodelt in weiten Teilen der Gesellschaft. Der Wille und die Notwendigkeit zur Veränderung dringt immer mehr in öffentliche Debatten. Und damit auch das Bewusstsein, dass wir hier im globalen Norden eine Verantwortung haben. Klimawandel, Ausbeutungen, Rüstungsexporte. Das alles sind Dinge, die Menschen zur Flucht zwingen und für die wir mitverantwortlich sind, sogar von ihnen profitieren.

Wir haben eine humanitäre, globale Verantwortung und Verpflichtung! Lasst uns zusammen aufmerksam machen auf die Verantwortung, die wir als Bürger*innen und Einwohner*innen der Stadt Kassel haben!

Kommt mit uns am 13.12.19 um 18 Uhr zusammen auf die Straße und lasst uns ein Zeichen setzen für globale Solidarität und eine Welt, in der niemand fliehen muss! Startpunkt unserer Demonstration ist “Am Stern”!

 

Fluchtursache Krieg und bewaffnete Konflikte Wir haben dabei eine besondere Verantwortung, denn in Kassel sind die Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall ansässig. Diese Konzerne produzieren den Leopard II-Panzer, der in den Krisengebieten dieser Erde völkerrechtswidrig zum Einsatz kommt, wie zum Beispiel beim Angriff auf Rojava. Kriegswaffenlieferungen in Krisengebiete ermöglichen und gleichzeitig Grenzen dicht machen, Häfen schließen und Mauern errichten. Das ist die tödliche Realität der europäischen Politik im 21. Jahrhundert.

Fluchtursache Klimakrise Wir hier im globalen Norden sind hauptsächlich verantwortlich für die Klimakrise und zugleich ist der globale Süden schon jetzt viel heftiger betroffen von den Auswirkungen. Durch den Klimawandel werden Lebensgrundlagen in Ländern des globalen Süden zerstört und Menschen zur Flucht gezwungen. Um das Tempo der Erderwärmung wenigstens zu drosseln, brauchen wir in allen gesellschaftlichen Bereichen, egal ob lokal oder global, tiefgreifende Veränderungen. In Kassel können wir aktiv an der Verringerung der Treibhausgas-Emissionen mitwirken, z.B. durch den Umbau des Kasseler Kohlekraftwerks auf erneuerbare Energien, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie eines kostenfreien ÖPNV’s für alle Menschen, die in unserer Stadt wohnen.

Fluchtursache Konsum und Lebensweise Der Wohlstand des globalen Nordens basiert auf der strukturellen Ausbeutung der Länder im globalen Süden. Sowohl der Abbau der Rohstoffe als auch die Produktion unserer Gebrauchsgegenstände, von Kleidung bis zu Technologie, findet unter teils menschenunwürdigen Bedingungen statt. Menschen fliehen auch vor solchen Lebensbedingungen und Ausbeutungen. Für uns bedeutet das: jedes konsumierte Produkt steht im Zusammenhang mit den Rohstoffen und den Bedingungen, unter denen es gefertigt wurde. Wir als Konsumenten haben daher eine Verantwortung und entscheiden mit unserem Kaufverhalten, ob wir die strukturelle Ausbeutung von anderen Menschen weiter begünstigen oder uns nach Alternativen umsehen.

Und während die Zusammenhänge zwischen den Gründen zur Flucht und Migration glasklar auf der Hand liegen, schottet die EU sich ab. Die Auswirkungen davon sind verheerend: seit 2015 sind mehr als 15.000 Menschen bei ihrem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ertrunken. 

Wir als Seebrücke Kassel fordern

* die Schaffung von sicheren und legalen Fluchtwegen und Bewegungsfreiheit für alle!

*das Ende der Kriminalisierung von Seenotretter*innen und allen Aktiven, die sich für Menschen auf der Flucht und der Durchsetzung ihrer Rechte einsetzen!

*die Politik und die Gesellschaft auf, sich den drängenden Problemen unserer Zeit endlich zu stellen und gemeinsam und solidarisch für eine lebenswerte und gerechte Welt einzustehen!

Also packt eure Demo-Schuhe aus und euch warm ein, teilt die facebook-Veranstaltung (Link: https://www.facebook.com/events/676150272910817/) was das Zeug hält und bringt eure Freund*innen mit. Aber bitte die Parteifahnen zu Hause lassen!

 

Unterstützende

Antimilitarismus in Kassel
Caricatura Bar Kassel
Dynamo Windrad e.V.
Grüne Jugend Kassel
Initiative Nahverkehr
Kulturzentrum Schlachthof
LiLi – Unabhängige Linke Liste Kassel
Linksjugend [solid] Kassel
Occupy Kassel
Rothe Ecke e.V.
Saunawagenwelt
Seebrücke Reutlingen-Tübingen
Sozialistische Jugend – Die Falken Kassel
Solidarity City
Sozialer Friedensdienst e.V.
Wildwuchs Kassel Motorradclub Kuhle Wampe
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan

Kasseler Friedensforum

Kassel Postkolonial

Blech & Schwefel

Shelter Sounds

Göttingen Motoradclub Kuhle Wampe

DFG-VK Kassel/Nordhessen

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Liebe Freund*innen,

folgende Veranstaltungen möchten wir euch ans Herz legen. Die Alarmphone Ortsgruppe Kassel wird am 21.11., 27.11. und 5.12. über ihre Arbeit und die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer berichten.

Alarmphone ist ein internationales Netzwerk, welches für die Bewegungsfreiheit aller Menschen und gegen das Sterben im Mittelmeer kämpft. 2014 wurde eine Notrufzentrale eingerichtet, welche flüchtende Menschen anrufen können wenn sie sich im zentralen oder westlichen Mittelmeer oder in der Ägäis in Seenot befinden. Das Ziel von Watch the Med Alarmphone ist es, das Mittelmeer zu einem Ort der Solidarität ohne Grenzen zu verwandeln.

Wenn dich die Arbeit des Alarmphones interessiert und du dich selber engagieren möchtest – komm vorbei und bring deine Freund*innen mit!

 

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Sonntag 17.11.2019 waren wir beim Dokfest in Kassel und haben unseren neuen Koffer getestet! Läuft!

 

Donnerstag 26.09.2019 Nadine Fingerhut tritt im Theater Stübchen für die Seebrücke mit Freunden auf. Wir freuen uns sehr auf diesen Abend und werden dort sein um zu informieren und mit zu genießen.

https://www.facebook.com/events/2135428736512511/q

Kommt in orange!

Freitag 20.09.2019 Nahmen wir am Global Strike Day Teil. Den der Klimawandel ist auch eine von vielen Fluchtursachen.

Samstag 14.09.2019 Einbeck den Rechten Spaziergang stören…

#ein1409

Seebrücke Einbeck hat Einbeck zum Sicheren Hafen gemacht, trotzdem sagt die Bürgermeisterin das Einbeck kein Problem mit rechts hat sondern das von links eine Gefahr aus geht?

Dies ist falsch!

Im Alltag in Einbeck zu sehen.

Wir müssen uns klar gegen rechts positionieren…

Sonntag 04.08.2019 Zissel in Kassel

Zissel ist nur Klamauk?

Nein, nicht nur!

Denn während wir hier unseren Wohlstand und unser Leben in Sicherheit genießen, sind Menschen weiterhin auf der Flucht – weil ihnen genau das fehlt. Nach einem Weg voller tödlicher Gefahren werden sie in seeuntaugliche Boote gesetzt, hoffen dabei auf ein anderes, ein besseres Leben. Die Größe des Bootes mag beeindruckend sein auf der Fulda – im Mittelmeer ist es nur ein Stecknadelkopf, völlig ungeeignet für die Überfahrt.

Wir fordern sichere Fluchtwege, damit Menschen sich nicht in diese lebensgefährliche Situationen begeben müssen! Wir fordern ein Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung! Wer am Ertrinken ist, der wird gerettet und wer Menschen vor dem Ertrinken bewahrt, wird dafür nicht kriminalisiert!

Und noch ein kleines, aber feines Detail: kurz vor Beginn des Zissels wurden wir aus unserer offiziellen Startposition 7 hinausgeordert und an das Ende des Umzugs verbannt. Die Leitung des Zissel in Kassel e.V. hat wohl im wahrsten Sinne des Worteskalte Füße bekommen – zu Unrecht, wie der Applaus vom Uferrand bewies und eine traurige Entscheidung in einer Zeit, in der Haltung zeigen eine Grundvoraussetzung ist.

Vielen Dank an die Seebrücke Reutlingen – Tübingen, den AStA Kassel, die Rothe Ecke, die Saunawagen Welt und alle helfenden Hände für die Unterstützung! Ohne euch wärs nicht möglich gewesen 🧡✊🧡

Lokale Medien Berichte:

https://www.hna.de/kassel/unterneustadt-ort167607/zissel-in-kassel-so-war-zisselwochenende-12888015.html

Danke auch an den Kasseler Extra Tip.  Chef Redakteur Rainer Hahne war mit seiner Frau an Board. Sein Bericht hat uns sehr beeindruckt.

 

 

 

Samstag 06.07.2019, Kundgebung. Day Orange in Kassel.

Carola ist frei, aber noch ist nichts gewonnen. Das Sterben und die Kriminalisierung im Mittelmeer gehen unvermindert weiter. Wir gehen daher am Samstag in Kassel auf die Straße und zeigen gemeinsam, dass wir das aktive Sterbenlassen niemals akzeptieren! #NotstandDerMenschlichkeit #DayOrange #Seebrücke

 

Solidarisch mit der Seawatch 3

 

Donnerstag, 27.06.2019, haben wir uns Solidarisch gezeigt bei der Kundgebung vor dem Regierungspräsidium in Kassel.

 

Dienstag 25.06.2019, waren wir eingeladen bei der SPD Fraktion in Fuldabrück, Danke an Dieter Lengemann, Hans Stäbe sowie allen dort für die sehr anregenden Gespräche, und umso mehr das wir in Kontakt bleiben. Zitat Herr Stäbe: wir sind alles Menschen unter dem gleichen Himmel.

 

Sonntag, den 23.06.2019, haben wir uns dem Wasser Umzug beim 700 Jahre Spiekershausen an der südlichsten Grenze Niedersachsens beteiligt. Vielen Dank an alle, dass dies innerhalb von ein paar Stunden so beeindruckend lief.

 

Samstag den 22.06.2019,  waren wir Teil der Demo Gemeinsam gegen rechte Gewalt. https://gemeinsamgegenrechtenterror.noblogs.org/aufruf/

Es war sehr beeindruckend, so viele Menschen und Bündnisse vereint zu sehen.

Der Redebeitrag der Seebrücke Kassel auf der Demo am 22.06.2019
“Gemeinsam gegen rechte Gewalt”:

Hallo, mein Name ist A., ich bin Aktiver bei der Seebrücke in Kassel.

Ich soll einen Redebeitrag halten.

Ich habe nur ein Problem: Mir fehlen die Worte.

Mir fehlen die Worte, wenn ich vor Wut und Trauer fast nicht mehr sprechen kann.

Mir fehlen die Worte

Angesichts der Vorstellung, dass ein Mensch in Wolfhagen-Istha abends auf seiner Terrasse ist, ein ganz normaler Mensch mit einem erfüllten Leben, Familie, einem Beruf, den er mit Respekt und Hingabe ausgeführt hat, ein Nachbar, ein Freund und Kumpel,
Und jemand kommt einfach daher und schießt ihm in den Kopf.

Mir fehlen die Worte

wenn ich daran denke, dass dieser Mensch – ich bin hier verpflichtet zu sagen „vermutlich“ – der 196 Tote durch rassistischen und neonazistischen Terror seit 1990 ist. Die Zahlen dazu variieren, da nicht jeder rechtsradikale Mord als solcher geführt wird. Wie vor nicht mal zwei Wochen in Chemnitz, als ein Schwuler vom Nazis totgeprügelt wurde, das aber beim Urteil keine Rolle spielte.

Mir fehlen die Worte

Wenn ich mir in Erinnerung rufe, dass die 196 Menschen nur die Zahl derjenigen ist, die GETÖTET worden sind.
Die Zahl der Körperverletzungen, Brandanschläge, Bombenattentate, der nicht vollzogenen Morde, der Morddrohungen, der Beleidigungen und Demütigungen ist nicht mehr zu zählen!

Andreas Hollstein, Bürgermeister von Altena im Sauerland, und Henriette Reker, Bürgermeisterin von Köln, sind Opfer solcher Messerangriffe geworden und hatten einfach nur Glück, dass sie noch leben.

Nicht dabei sind die Brandanschläge auf Büros von Politikern, Buchhändlern, Menschen, nicht dabei die Morddrohungen gegen Rechtsanwältinnen, Helferinnen, Bewohner und Bürgermeister sächsischer Dörfer.

Nicht dabei sind die jungen Männer, die in Polizeizellen verbrannt sind.

Mir fehlen die Worte

wenn ich über die Morddrohungen gegen Menschen denke, deren Urheber nicht ermittelt werden, wenn ich daran denke, dass seit Jahren und Jahren sich im Internet ein tiefbrauner Sumpf entwickelt hat, dem niemand was entgegen setzt, in den Kommentarspalten der BILD und des Focus, und ungeahnt in geheimen oder nicht geheimen Chatgruppen, in denen Mordphantasien und Größenwahn sich abwechseln, in denen der Hass gezüchtet und gepflegt, in denen die geistige Munition für Attentate und Angriffe geliefert wird.

Mir fehlen die Worte

wenn ich daran denke, dass es rechtsradikale Netzwerke in Polizei und Armee gibt.

Ich muss das nicht mehr ausführen. Allein dieser Satz reicht aus, lasst das einsickern:

Rechtsradikale Netzwerke in Polizei und Armee!

Mir fehlen die Worte

Das ein anderer ganz normaler Mensch mit einem erfüllten Leben, Familie, einem Beruf, den er mit Respekt und Hingabe ausgeführt hat, ein Nachbar, ein Freund und Kumpel, in seinem Café steht
Und jemand kommt einfach daher und schießt ihm in den Kopf.

Während ein Verfassungsschützer daneben sitzt. Der interessanterweise heute im Regierungspräsidium Kassel arbeitet.

Mir fehlen die Worte

Dass bundesweite Razzien in anderen Fällen kein Problem darstellen zu scheinen, aber 500 gesuchte Neonazis auf freiem Fuss sind – nach Schätzung.

Dass Menschen und ihre Familien mit dem Tod bedroht werden, und Ermittlungen im Sande verlaufen oder gar nicht aufgenommen werden.

Dass der NSU-Komplex nie, nicht mal ansatzweise, aufgeklärt wurde und die Akten 120 Jahre unter Verschluss liegen, sofern sie nicht vernichtet worden sind.

Dass V-Leute seit Ende der 80er in rechten Szenen Geld kassieren, aber kein Mord dadurch scheinbar verhindert wurde

Mir fehlen die Worte,

wenn Rassismus in Deutschland nicht mal als solcher benannt und geächtet wird, ohne jede Konsequenz im Internet, in Landesparlamenten und im Bundestag rassistische Klischees verbreitet werden und eine martialische Sprache, in den von „jagen“ und „zerfetzen“ gesprochen wird,

wenn Reichsbürger und Faschisten gemeinsam Waffenübungen machen,

Wenn bestimmte Angehörige bestimmter Parteien allen Ernstes laut darüber nachdenken, mit einer völkisch-nationalistischen Partei Koalitionen einzugehen,

Wenn, statt konsequentem Vorgehen gegen rechts, Regierende mit der selben Strategie vorgehen wie in 1992, 1993, 2016, 2019: Das Leben für Geflüchtete und Schutzsuchende in Deutschland schwerer zu machen, sich abschotten, Menschen vor den Toren Europas ertrinken und in Lagern verrotten zu lassen, Menschen die helfen diffamiert und kriminalisiert werden, das Anliegen Geflüchteter delegitimiert wird, als ob das die radikalisierten Spießbürger und Neorassisten befriedigen würde!

Das tut es eben nicht! Es gibt ihnen nur das Gefühl der Bestätigung!

Mir fehlen die Worte

wenn Menschen wegen ihrem Engagement für Menschen und gegen Rassismus um ihr Leben fürchten müssen!

Mir fehlen deshalb die Worte

Weil ich nur einer von vielen bin, die seit Jahren davor warnen, die auf die Nebelkerze nicht reinfallen, es wären Einzelfälle, weil seit Jahren klar ist, dass diese Gewalt nicht aus heiterem Himmel kommt, sondern Nazi-Netzwerke der zweiten und dritten Generation in West- wie Ostdeutschland existieren, die sich im realen Leben wie im Internet finden und gegenseitig pushen,

Und außer Beschwichtigungen und Belächeln oder sogar Diffamierungen nichts geschehen ist, um den Nazisumpf auch nur wahrzunehmen.

Ich habe keine Worte mehr, weil es sich anfühlt, als habe ich schon alle tausendmal gesagt.

Jetzt gibt es einen Toten mehr, Opfer der Hassrhetorik und der haltlosen rassistischen Affekte, und einer Kugel aus einer Waffe, die von sehr, sehr vielen Leuten geladen wurde!

Ein Toter mehr, dessen Ermordung jetzt, in diesem Moment, im Internetsumpf gefeiert und beblödelt wird, ganz öffentlich!

Und ich fürchte, es wird nicht der letzte Tote sein, wenn sich nichts ändert, wenn einfach so weiter gemacht wird wie bisher.

Die Zeitungen sind gerade voll von Erkenntnissen gegen rechts, mir kommt es vor, als seien sie gerade erst aufgewacht.
Dabei ist das nichts Neues!

Es gibt viele neue und alte Worte für dieses Denken: Rassismus, Nazismus, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Fremdenhass und so weiter.

Dieses Denken ist keine Meinung wie jede Andere. Es ist ein Denken, dessen Kern in Hass, in Ausgrenzung, im Vernichtungswillen besteht, ein Denken, dass nur Feinde und Krieg kennt, ja, ihn regelrecht herbeisehnt.

Das Wesen dieses Denkens ist Angst. Das Wesen dieses Denkens ist Terror.

Seehofer, ausgerechnet, sagte, es sei ein „Angriff gegen uns alle“.

Nein, Herr Seehofer, Sie sind verhältnismässig sicher. Immerhin haben sie in ihrer langen Karriere auch schon diverse Sprüche gebracht, die den Rechten recht geben wollten. Und in der Verfolgung rassistischer Gewalt haben Sie sich nicht hervorgetan.

Rechtsextremer Terror bedroht alle, jeden Menschen, wenn er nicht so denkt, fühlt, aussieht, wie Rechtsextreme sich das vorstellen.

Er bedroht dich, dich, dich und dich, allein, weil ihr seid, wer ihr seid.

Er bedroht mich, weil ich hier stehe. Lade ich gerade einen Killernazi zu mir ein, weil ich hier stehe? Gibt es meinen Namen bereits auf einer Todesliste im Internet?

Das Wesen dieses Terrors ist Angst. Sie wollen Angst verbreiten.

Unsere Angst ist deren Sieg, so stellen sie sich das vor.

Angst hat man, wenn man allein ist.

Das Gefühl kann einen nämlich beschleichen, wenn man allein vorm Rechner hockt und die Schreckensmeldungen liest.

Seht euch um: Seid ihr allein? Seid ihr jetzt allein?

Ich rufe jede Einzelne hier auf: Zieht den verdammten braunen Sumpf an Tageslicht, wo immer ihr im begegnet, egal, wer oder was ihr seid!

Liebe Kollginnen von der Polizei: Ich weiß, dass nur einige in euren Reihen abgedriftet sind. Sorgt dafür, dass sie nicht das Vertrauen in die Polizei komplett zerstören. Das ist eure Verantwortung!

Wir sind nicht allein, wir sind mehr.

Ich habe eine Bitte:

Seht euch um, seht, wer neben euch steht. Vielleicht kennt ihr sie oder ihn, vielleicht nicht. Vielleicht glaubt ihr an unterschiedliche Sachen oder seid in unterschiedlichen Organisationen.
Das ist gerade nicht wichtig.

Ich bitte euch, dieses Wort „Wir sind mehr“ mit Leben zu füllen. Zeigt es.

Nehmt die Hand des Menschen neben euch,

Und hebt gemeinsam die Hände, lasst euch sehen, seht euch um:

Das ist unsere Mauer gegen den Hass, gegen die Angst, gegen die verdammten Faschisten!

Wir SIND mehr,

Und ihr kommt niemals, NIEMALS, an uns vorbei!

Keine Chance mehr für Rassismus und Nazis in Kassel und Nirgendwo!

 

Sonntag, den 19.05.19 waren wir in Frankfurt. Danke an Seebrücke Frankfurt für den Orangenen Block bei der Ein Europa für alle Demo.

 

Samstag, den 11.05.19, ab 14 Uhr, Treppe 4 (Florentiner Platz)
Wiederaufstellung des Obelisken durch OB Geselle
und Straßenfest & Spenden an Sea-Eye https://sea-eye.org/

 

Freitag, den 10.05.19, 17 Uhr bis 21 Uhr, Ubuntu Passion Art, Hörsaal 5, Campus Center Uni Kassel, Moritzstr. 18…https://www.facebook.com/events/1115088355357773/?ti=icl

 

Mittwoch, den 08.05.19, ab 16:30 Uhr, Protest-Staffel mit Original-Flüchtlinsboot auf dem Königsplatz… https://www.facebook.com/events/277501333196933/?ti=icl

Bericht HNA, Freitag 10.05.19

 

 

Sa. 27.04 Seebrücke Hannover, Groß Demo

Hier ein Video link von Hannover: https://youtu.be/8uSEDzQJPM8

So, 14.04. Hessen Treffen in Marburg

Mo, 08.04. Stadtverordnetenversammlung

Sa, 06.04. Seebrücke Mitte Treffen in Kassel im Offenen Kanal
Demo zum NSU-Komplex ab 13:30 Uhr

Seenotfreitag am 05.04.2019, stiller Appell an Seehofer

Offener Brief an Frau Merkel am 03.04.2019

Spendenübergabe der Buchhandlung Brencher durch Jörg Robbert – Danke an alle Spender*Innen!



Schaufensterdekoration beim Kletterkogel Kassel am 21.02.2019



Postkartenaktion zu #FREETHESHIPS



Fensteraktion #OPENTHEPORTS Februar 2019



24.11.2018 Gedenken an die Ertrunkenen am Totensonntag

Mahnwache am 30.10.2018

 

29.10.2018 Kundgebung der Seebrücke und Übergabe eines offenen Briefes an
die Stadtverordnung, in dem diese aufgefordert wird, zum Sicheren Hafen zu werden

24.09.2018 Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet eine Resolution,
in der sie sich mit der Seebrücke solidarisiert




Seebrücken Demo am 02.09.2018

Demo am 27.07.2018

Kontakt

kassel@seebruecke.org