02. Mai 2021 · News:Hunderte auf der Flucht über das Mittelmeer

Mit schon 44 geretteten Menschen an Bord hat die Crew der Sea-Watch 4 am Freitagvormittag 77 weitere Menschen aus Seenot gerettet. In einer 3. Rettungsaktion fand die Sea-Watch 4 weitere 93 Menschen in Seenot und konnte sie sicher auf das Schiff bringen. In der Nacht ging es dann weiter: Die Sea-Watch 4 fand einen vierten Seenotfall. Die 94 Personen, darunter viele unbegleitete Minderjährige, gelangten sicher an Bord. Für die nun insgesamt 455 Gäste auf der Sea-Watch 4 wurde ein sicherer Hafen angefragt.

Einen sicheren Hafen hat die Ocean Viking von SOS Mediterranee nun endlich zugewiesen bekommen: Die 236 Überlebenden erreichen bald in Augusta, Sizilien, einen sicheren Ort.

Auch die italienische Marine hat gestern 49 Menschen 75 Meilen nördlich von Tripolis aus Seenot gerettet, das Schiff Foscari P493 steuert jetzt den sicheren Hafen von Pozzallo an, den sie voraussichtlich am frühen Nachmittag erreichen wird. 532 Menschen schafften es auf 4 Booten in die Nähe von Lampedusa, wo sie von der italienischen Küstenwache sicher zur Insel Lampedusa begleitet wurden.

Doch es gibt nicht nur positive Nachrichten: Die Sea-Watch 4 hat Reste von Schlauchbooten gefunden und vermutete, dass fliehende Menschen von der sogenannten libyschen Küstenwache zurück nach Libyen verschleppt wurden. Und tatsächlich wurden gestern etwa 450 Menschen nach Libyen zurückverschleppt, wo ihnen Folter, Vergewaltigung und der Tod drohen.
Alarm Phone berichtet zudem von einem Schlauchboot in der Nähe von AlKhoms mit 125 Menschen an Bord, das sich in Seenot befindet, und weiteren 105 Menschen in der maltesichen SAR-Zone in Seenot.

Wir danken der zivilen Flotte, dass sie vor Ort ist – wie wichtig ihre Anwesenheit ist, zeigen die letzten Tage und Wochen um so deutlicher.
Es braucht endlich sichere Fluchtwege, eine europäische, staatliche Seenotrettungsmission und ein Ende der Blockade und Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.