#FreeTheShips

Freie zivile Seenotrettungsschiffe:

SEA-WATCH 3 von Sea-Watch e.V.
Seit 2017 ist die Sea Watch 3 im Einsatz und der Rettung von über 3.000 Menschen beteiligt. Ihr Einsatzgebiet befindet sich vor dem libyschen Hoheitsgewässer.
Nach einer unrechtmäßigen Blockade ist die Sea-Watch 3  wieder in der Search-and-Rescue-Zone vor dem libyschen Hoheitsgewässer. Mithilfe des Aufklärungsflugzeuges Colibri konnte die Crew am 15.05.19 65 in Seenot geratene Menschen retten. Die geflüchteten Menschen wurden am 19.05.19 mit Motorbooten nach Lampedusa gebracht. Die italienische Finanzpolizei beschlagnahmte zuvor die Sea-Watch 3. (Stand 20.05.19)

MARE LIBERUM von Mare Liberum e.V.
Die Mare Liberum ist ein Beobachtungs- und Dokumentationsschiff. In der Ägäis leistet die Crew Menschenrechtsbeobachtungen. Ziel ist die Aufmerksamkeit auf die gefährliche Fluchtroute zwischen der Türkei und Griechenland zu lenken. Das deutsche Bundesverkehrsministerium entließ eine Festsetzungsverfügung. In einem Eilverfahren entschied das Verwaltungsgericht Hamburg die Unrechtmäßigkeit dieser Festsetzung. Die Mare Jonio wird zum Auslaufen vorbereitet. (Stand: 15.05.19)

MARE JONIO von Mediterranea Saving Humans
Die Mare Jonio ist in erster Linie ein Beobachtungsschiff. Sie ist aber auch in der Lage Seenotrettungsoperationen durchzuführen. Am Morgen des 7. Mai verließ die Mare Jonio den Hafen von Lampedusa. Ihr Einsatzgebiet ist die SAR-Zone vor den libyschen Hoheitsgewässern. Am 09.05.19 rettete die Mare Jonio 30 Menschen aus Seenot. Die Menschen durften in Lampedusa an Land gehen. Das italienischen Innenministerium  beschlagnahmte das Schiff mit der Begründung der Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Die Staatsanwaltschaft von Agrigento lehnt jedoch eine vorbeugende Beschlagnahmung ab. (Stand: 14.05.19)

ALAN KURDI von Sea-Eye e.V.
Die Alan Kurdi (zuvor: Professor Albrecht Penck) fuhr im Februar 2019 ihre zweite Mission unter deutscher Flagge. Zu dieser Zeit war sie das einzige zivile Seenotrettungsschiff im zentralen Mittelmeer. Erstmals kooperierte die Crew von Sea-Eye mit der spanischen Hilfsorganisation ProeM Aid.
Aktuell ist die Alan Kurdi ist auf ihrer dritten Mission in der SAR-Zone vor den libyschen Hoheitsgewässern. Am 3.4.2019 rettete die Crew 64 Menschen. Sowohl Malta als auch Italien verweigern der Alan Kurdi die Einfahrt. Salvinis Statement, dass das Schiff nach Hamburg fahren solle, griff die SEEBRÜCKE Hamburg auf: Sie fordert die Aufnahme der geretteten Menschen in der Hansestadt. Die Situation der Menschen auf dem Schiff verschlechterte sich zusehends. Drei Menschen mussten aus medizinischen Gründen evakuiert werden. Nach zehntägiger Seeblockade holte die maltesische Armee die 62 geretteten Menschen von Bord. Malta verweigerte der Alan Kurdi jedoch das Einlaufen, was eine extreme zusätzliche Belastung der Crew bedeutet.

Das Schiff befindet sich in in Spanien zu einem geplanten Werftaufenthalt. (Stand: 25.04.19)

Einsatzfähige, aber blockierte Schiffe:

IUVENTA von Jugend Rettet e.V.
Die Iuventa startete im Juli 2016 von Malta aus ihre erste Rettungsmission, insgesamt fuhren die Crews des Schiffes 15 Rettungsmissionen und retteten 14.000 in Seenot geratene Menschen. Seit dem 1. August 2017 wird das Schiff in Catania, Italien, beschlagnahmt. Jugend Rettet e.V. scheiterte im April 2018 mit ihrem Widerspruch gegen die Beschlagnahmung. Seit dem Sommer 2018 ermitteln die italienischen Behörden gegen zehn Crewmitglieder. Der Vorwurf lautet Beihilfe zur illegalen Migration und es drohen bis zu 20 Jahren Haft. (Stand 26.02.2019)

LIFELINE von Mission Lifeline e.V.
Seit September 2016 war die Lifeline im Einsatz.
Im Juni 2018 wurde das Schiff auf Malta festgesetzt, und ihr Kapitän Claus-Peter Reisch angeklagt. Die maltesischen Behörden werfen ihm vor, unter falscher Flaggenzertifizierung gefahren zu sein. Am 14.05.19 entschied das maltesische Gericht, Reisch zu einer Strafe von 10.000 Euro zu verurteilen. Das Geld solle an lokale Hilfsorganisationen gezahlt werden. Er wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Die Lifeline ist aufgrund der Fortsetzung des Prozesses weiterhin beschlagnahmt. (Stand 14.05.2019)

OPEN ARMS von Proactivia Open Arms
Die Open Arms ist seit Juli 2017 im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Im Dezember 2018 rettete die Open Arms 311 Menschen. Malta und Italien verweigerten dem Schiff die Einfahrt in einen sicheren Hafen. Die spanische Regierung bot an die Menschen aufzunehmen. Daraufhin fuhr die Open Arms mit den Geretteten nach Spanien. In Barcelona wurde das Schiff festgesetzt mit der Begründung, dass es nicht für einen langen Transport von mehreren hundert Menschen ausgestattet sei. (Stand 26.02.2019)

AITA MARI von Salvamento Maritimo Humanitario
Die Aita Mari darf den Hafen von Bilbao, Spanien, nicht verlassen. Analog zur Open Arms unterstellen die Behörden eine mangelnde Ausstattung für den Transport von vielen Menschen. Die Eignung zur Seenotrettung wird nicht in Frage gestellt. (Stand: 26.02.19)