20. Juni 2020 SEEBRÜCKE sieht in den Ergebnissen der Innenminister*innenkonferenz einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Dennoch: es bleibt viel zu tun

Vor der Innenminister*innenkonferenz in Erfurt forderte die SEEBRÜCKE alle Teilnehmer*innen dazu auf, sich deutlich für die Unterstützung der zuletzt beschlossenen Landesaufnahmeanordnungen in den Bundesländern Thüringen und Berlin auszusprechen. Nun haben die Innenminister*innen beschlossen, 243 kranke Kinder und ihre Angehörigen, insgesamt ca 900 Menschen, aufzunehmen und diese auf die aufnahmebereiten Länder aufzuteilen.

Anja Sportelli von der SEEBRÜCKE sagt dazu: ”Wir freuen uns für die Kinder und ihre Angehörigen. Wir begrüßen auch, dass der Abschiebestopp nach Syrien verlängert wurde.”

Sportelli weiter: “Allerdings sehen wir darin nur eine längst überfällige, humanitäre Geste. 900 Menschen aufzunehmen von aktuell fast 40.000 Menschen in den griechischen Lagern ist immer noch viel zu wenig. Die Innenminister*innenkonferenz hätte heute noch einen Schritt weiter gehen und sich eindeutig zu den beschlossenen Landesaufnahmeanordnungen  positionieren können.”

Währenddessen ist die Sea-Watch mit über 200 geretteten Menschen auf der Suche nach einem Sicheren Hafen. Zuletzt lehnten Malta und Italien die Aufnahme ab und erklärten sich wegen der Corona Pandemie außer Stand, gerettete Menschen aufzunehmen.

“Wir fordern, dass der Sea-Watch rasch ein sicherer Hafen zugewiesen wird und die Menschen schnell von Bord kommen und angemessen versorgt werden. Europa muss zeigen, dass es auch in der Corona-Pandemie die Menschenrechte wahrt und zu entschlossenem Handeln fähig ist”, so Henri Dubois von der Seebrücke.

Die SEEBRÜCKE ist eine breite zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich für die zivile Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und für die dauerhafte Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland einsetzt.

Kontakte:

Anja Sportelli, press@seebruecke.org