5. Mai 2020 #LeaveNoOneBehind! Appell aus Lesbos zur heutigen Kabinettssitzung in Erfurt

Berlin/Erfurt/Lesbos: Geflüchtete aus Moria richten dramatischen Appell an die thüringische Landesregierung und fordern gemeinsam mit der SEEBRÜCKE, Sea-Watch und Equal Rights Beyond Borders sofort ein eigenständiges Aufnahmeprogramm zu verabschieden, um der humanitären Notlage in den europäischen Lagern endlich eine solidarische Lösung entgegenzusetzen.

“Sie alle kennen die schrecklichen Bilder aus Moria. Sie haben die Möglichkeit diesen Bildern ein Ende zu setzen, sie sollten jetzt handeln, sie sollten sich jetzt nicht von uns abwenden”, fordert Fereshte, welche aus dem Lager Moria berichtet. In einem eindrücklichen Video richtet sie sich an die thüringische Regierung. 

“Thüringen kann heute ein wichtiges Signal der Menschlichkeit und Solidarität setzen und als erstes Bundesland die Aufnahme von 2.000 Menschen aus diesen Elendslagern beschließen. Es liegt ein konkreter Entwurf zur Umsetzung vor. Wir fordern das Thüringer Kabinett auf, heute als Vorreiter den Weg zu ebnen, um das Desaster auf Lesbos endlich zu beenden”, sagt Doreen Johann von Sea-Watch.

“Wir erleben seit Monaten eine höchst dramatische Situation in den Lagern an der europäischen Außengrenze. In der Bundes- und EU-Politik fehlt offensichtlich der politische Wille, den Menschen dort zu helfen, trotz der riesigen Aufnahmebereitschaft auf kommunaler Ebene. Kirchen, SEEBRÜCKE und viele Weitere setzen sich für eine Evakuierung ein, doch die Bundesregierung blockiert. Es wird Zeit, dass die Länder mehr Verantwortung übernehmen!”, fordert Felix Burgsmüller von der SEEBRÜCKE.

“Die thüringische Landesregierung kann heute im Kabinett ein Aufnahmeprogramm für Schutzsuchende aus den Lagern auf den griechischen Ägäis-Inseln verabschieden. Da die Bundesregierung weiter jede Lösung blockiert, müssen die Länder im Rahmen ihrer Eigenstaatlichkeit ihre rechtlichen Möglichkeiten zur Humanitären Aufnahme ausschöpfen. Die Landesregierung ist hier weitgehend frei den begünstigten Personenkreis festzulegen. Sollte das Bundesinnenministerium sein Einvernehmen verweigern, muss Thüringen dieses eben gerichtlich erzwingen”, so Clara Bünger von Equal Rights Beyond Borders.

Das Video von Fereshte in voller Länge finden Sie hier:
https://we.tl/t-zJWYLibhhc

Kontakte:

Clara Bünger, Equal Rights Beyond Borders
clara.buenger@equal-rights.org

Doreen Johann, Sea-Watch, doreen@sea-watch.org

Felix Burgsmüller, SEEBRÜCKE, press@seebruecke.org