6. Januar 2020 Seebrücke meets Sally Hayden – 16.01.2020 Berlin

Der Deal, die Hölle und der Tod – Vortrag von Sally Hayden am 16.01.2020 in Berlin

16. Januar 2020, 18:30 Uhr, Diakonie, Caroline-Michaelis-Straße 1, Berlin

LIVESTREAM ab 19 Uhr: https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=1027450837627099&id=638992883139565

Die Journalistin Sally Hayden arbeitet intensiv zur Situation von Schutzsuchenden in den Haftlagern. In ihrem Vortrag wird sie auf Menschenrechtsverletzungen in Libyen und auf die Rolle der EU, sowie des UNHCR und der IOM eingehen.

Welche Handlungsmöglichkeiten zur Rettung der Schutzsuchenden in Libyen gibt es? Wie kann eine zivilgesellschaftliche Strategie gegen den „Libyen-Deal“ aussehen?

Am 16.01.2020 trifft die Seebrücke gemeinsam mit Pro Aysl und der Diakonie die Journalistin Sally Haydn und lädt zum Vortrag in Berlin ein.

Dazu diskutieren im Anschluss: Alina Lyapina (Seebrücke), Eric Noel Mbiakeu (Aktiv gegen die libyschen Internierungslager), Muhammed alKashef (Human Rights Lawyer, Member of Watch the med – Alarmphone), Sally Hayden (Journalistin, Dublin), Moderation Christian Jakob (taz).

Den aktuellen Flyer findest du hier.

Hintergrund:

Im Bürgerkriegsland Libyen sind Schutzsuchende schlimmsten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Seit Jahren ist die Lage in den Haftlagern einschlägig dokumentiert: Folter, Vergewaltigung, Versklavung und Hinrichtungen sind an der Tagesordnung. Alldem zum Trotz ist seit dem Malta-Gipfel des Europäischen Rats, am 03. Februar 2017, der Aufbau der sogenannten „libyschen Küstenwache“ – einem Zusammenschluss krimineller Milizen – das erklärte Ziel der EU. Seit dem „Libyen-Deal“ erhält die „libysche Küstenwache“ Ausrüstung und Gelder von der EU und einzelnen Mitgliedstaaten. Sie wird zudem bereits seit Juni 2016 durch Einheiten der EU Militärmission EUNAVFOR MED-Operation »Sophia« ausgebildet. Die Folge: 2019 wurden ca. 9.000 Bootsflüchtlinge von der „libyschen Küstenwache“ abgefangen und in die libysche Hölle zurückgeschleppt. Seenotrettung wird nur noch von wenigen zivilen Seenotrettungsorganisationen geleistet. Und selbst sie werden in ihrer Arbeit behindert und kriminalisiert. Über 700 Menschen haben im Jahr 2019 auf der zentralen Mittelmeerroute ihr Leben verloren. In einem Bericht der EU-Ratspräsidentschaft vom 4. September 2019 wird festgehalten, dass die Haftlager ein profitables Geschäft für die „Libysche Einheitsregierung“ – der Partnerin der EU – darstellen. UNHCR und IOM wird der Zugang zu den Lagern erschwert. Die Evakuierung von Flüchtlingen laufen nur äußerst schleppend. 2019 wurden lediglich 1.410 Schutzsuchende aus Libyen evakuiert.