1. Februar 2021 Rassismus im WDR: White privilege Paradebeispiel

Gestern strahlte der WDR den Meinungstalk “Die letzte Instanz” aus, dabei redeten Jürgen Milski, Micky Beisenherz, Thomas Gottschalk und Janine Kunze z.B. darüber, ob diskriminierende Begriffe und Kategorien überhaupt ein Problem seien. Damit haben die vier und der WDR munter Rassismus und Anti-Ziganismus reproduziert.

4 weiße wohlhabende und privilegierte Personen aus der deutschen Fernsehindustrie erklären Menschen, die von Diskriminierung und Rassismus betroffen sind wie sie sich zu fühlen haben und sind genervt, wenn sie diskriminierende Begriffe nicht mehr nutzen dürfen. Diese Gesprächsrunde ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die von Rassismus und Diskriminierung betroffen sind.

Dafür hat sich der WDR ‚entschuldigt‘ und spricht von ‚sensiblen Themen‘ und der Notwendigkeit ‚anderer Perspektiven‘. Lieber WDR, ihr habt eiskalt Rassismus für Einschaltquoten reproduziert und dann ausgestrahlt. Da geht’s nicht um sensible Themen, sondern um Rassismus, Menschenverachtung und schockierende Geschichtsvergessenheit. Erkennt das doch bitte an – sonst kann man eure Entschuldigungen nicht ernst nehmen.

Das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas sagt dazu: “Wir sind erschüttert und wütend über den brutalen Antiziganismus in der WDR Sendung. 2 Tage nach dem Holocaust-Gedenktag diskutiert man nicht darüber, ob das Z-Wort OK ist. 500.000 Menschen wurden ermordet, vielen davon wurde vorher das Z in den Arm tätowiert.” Wir schließen uns den Betroffenen an, die diese Sendung gerade mit erstaunlich viel Geduld und sehr klug analysieren und möchten ihnen an dieser Stelle danken. Ihr rettet gerade den öffentlichen Diskurs.

In der Sendung wurden Rassismus und Diskriminierung nicht nur reproduziert, sondern auch relativiert. Die krasse Geschichtsvergessenheit und die schon fast absurde Ignoranz der Beteiligten sollte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keinen Platz haben.