4. Februar 2020 Protest unerwünscht – Polizei setzt Tränengas gegen geflüchtete Menschen ein

Auf der griechischen Insel Lesbos leben in dem Lager Moria und den Wälder in der angrenzenden Gegend mehr als 19.000 geflüchtete Menschen. Ursprünglich ist das Camp für höchsten 3.000 Menschen gedacht. Die Zustände sind katastrophal, die Versorgung mit Medizin, Lebensmitteln und sogar Trinkwasser ist mangelhaft, die sanitäre Infrastruktur völlig überlastet. Die Menschen leben teilweise über Jahre in dem Camp, ohne echte Aussichten europäisches Festland zu erreichen.

Seit Jahren schon gibt es immer wieder Proteste. Heute sind erneut mehr als 2.000 Menschen demonstrierend vom Lager Richtung Insel-Hauptstadt gezogen. Sie protestieren gegen ihre völlige Entrechtung, die unhaltbaren Zustände und die härter werdende Abschiebepraxis. Viele befürchten zurück nach Syrien gezwungen zu werden, wo erst letzte Woche bei Angriffen auf die Stadt Idlib dutzende Zivilist*innen getötet und rund 650.000 in die Flucht getrieben wurden.

Griechenland und die EU jedoch sind geübt darin Proteste geflüchteter Menschen brutal zu unterdrücken. Auch heute versuchte die Polizei die Demonstrierenden mit Tränengas zurück in die Lager zu treiben.
Am 8. Februar werden wir in etlichen Städten in Deutschland solidarisch auf die Straße gehen. Wir fordern das Ende der Blockadehaltung des Bundesinnenministeriums, damit wenigstens die Kinder und Jugendlichen aus den Lagern evakuiert und in Deutschland in Sicherheit gebracht werden können. Auch in deiner Nähe wird es Aktionen geben.
Foto: Philipp Külker/REUTERS