23. Februar 2021 Kindergeburtstag wird grundlos zum Trauma: Polizeigewalt ohne Folgen?

TRIGGERWARNUNG RASSISTISCHE GEWALT UND SEXUELLER ÜBERGRIFF

Ein friedlicher Kindergeburtstag endete mit einem gebrochenen Fuß, einer Festnahme und einem traumatischen Erlebnis für eine ganze Familie. Warum? Weil die Polizei wegen Ruhestörung mit roher Gewalt gegen die Familie vorging.

Ein für rassistische Äußerungen bekannter Nachbar hatte die Polizei gerufen, weil er sich durch den Kindergeburtstag gestört gefühlt habe. Daraufhin rückte die Polizei zweimal an, beim zweiten Einsatz kam es dann zur Eskalation.

Die Familie berichtet gegenüber dem MDR, dass die Beamten den Sohn der Familie im Bad einsperrten und den Vater mehrmals getreten sowie die Tochter geschubst haben sollen. Zwei Tage später stellt ein Arzt fest, dass der Fuß des Vaters gebrochen ist und notoperiert werden muss.

Die Mutter wurde schließlich unter Anwendung von Gewalt festgenommen – nach Darstellung der Polizei, um weitere Ruhestörungen zu unterbinden. Auf der Wache musste sich die Mutter vor männlichen Beamten ausziehen und wurde schließlich aufgrund einer Handverletzung in die Notaufnahme gebracht. Am Krankenhaus wurde sie ohne Jacke und Schuhe bei -8°C entlassen – erst nachdem sie die Beamten mehrmals gebeten hatte, wurde sie nach Hause gefahren.

Racial Profiling und gewaltvolles Vorgehen gegen Menschen of Color ist kein Einzelfall in der Polizei und Horst Seehofer blockiert eine Studie zu strukturellem Rassismus in der Polizei. Es liegt also an der Zivilgesellschaft, gegen den traumatisierenden Rassismus der Polizei vorzugehen. Wir rufen besonders ‘weiß-gelesene’ Menschen auf, bei rassistischen Polzeikontrollen dazwischen zu gehen. Jede*r darf nach den Beweggründen von Kontrollen fragen. Wir stehen hinter den Betroffenen und fordern von der Polizei Chemnitz, den Fall lückenlos aufzuklären!