28. September 2020 Italien setzt Mare Jonio wieder fest

Erst vor einer Woche wurde die Sea-Watch 4 von den italienischen Behörden festgesetzt, nun hat es auch das Rettungsschiff Mare Jonio getroffen. Mit an den Haaren herbeigezogenen, fadenscheinigen Argumenten und ganz offensichtlich politisch motiviert wird zivile Seenotrettung durch die Behörden blockiert und kriminalisiert. Die Mare Jonio ist das sechste Schiff, das seit Anfang April von Italien festgesetzt wurde.

Während also die Sea-Watch 4 und die Mare Jonio an der Kette liegen, sind nach Informationen von Alarm Phone um die 200 Menschen im Mittelmeer verschollen und ertrunken. Die EU mit ihrer repressiven Abschottungspolitik und ihrer völligen Gleichgültigkeit gegenüber den Leben fliehender Menschen ist für die Tode verantwortlich. Sie macht sich nicht nur der unterlassenen Hilfeleistung, sondern vielmehr der aktiven Behinderung Hilfeleistender schuldig. Sie bekämpft zivile Seenotrettung und zahlt Millionen an die sogenannte libysche Küstenwache. Diese hat allein 2020 knapp 9.000 Menschen in offizielle und inoffizielle Lager verschleppt. Tausenden Menschen verschwinden nach diesen Pull-Backs spurlos – wie auch ein neuer Bericht von Amnesty International wieder bestätigt.

Diese Politik ist ein gewaltvolles Verbrechen und wir werden ihr auch weiterhin unseren vehementen und lauten Protest entgegensetzen! Schließt euch uns an, plant mit uns Aktionen und Demonstrationen, kommt mit uns auf die Straße. Gemeinsam für eine solidarische, menschliche Migrationspolitik.