27. September 2020 Gewaltvolle Pushbacks und Stacheldraht

Die Abschottung Europas schreitet voran. Fünf Jahre nach dem “March of Hope” auf den Balkanrouten sind die Grenzen in Südosteuropa so abgeriegelt wie nie zuvor und der Ausbau der Grenzsschutzanlagen geht weiter.

2015 noch sorgte Ungarns Errichtung des 175 Kilometer langen Grenzzauns zu Serbien für milde Empörung in Politik und Medien. Inzwischen säumen etliche Kilometer Natodraht die südöstlichen Grenzen der EU. Nun beginnt auch Serbien mit dem Aufbau eines Grenzzauns zu Nordmazedonien und Griechenland plant die Erweiterung der Zaunanlagen an der Landgrenze zur Türkei.

Parallel verschärft sich die Praxis der illegalen Push-Backs zwischen Kroatien und Bosnien, fortlaufend zeugen Berichte von dem immer gewalttätiger werdenden Vorgehen gegen Menschen, die Schutz in der EU suchen und illegal zurück getrieben zu werden. Zudem wird das jahrelange Engagement der solidarischen Zivilgesellschaft zunehmend überschattet von rechtsradikalen Protesten und gewalttätigen Angriffen auf geflüchtete Menschen und Helfer*innen in Serbien und Bosnien-Herzegowina.

Ob im Mittelmeer, der Sahara oder in Südosteuropa, die Gewalt gegen Menschen auf der Flucht muss ein Ende haben! Wir fordern humanitäre und menschenrechtsbasierte Migrationspolitik. Menschlichkeit statt Stacheldraht, Solidarität statt Abschottung.