20. Januar 2021 -16°C: Extreme Minusgrade an den EU-Außengrenzen

Ungefähr 2000 geflüchtete Menschen befinden sich aktuell bei Temperaturen von bis zu -16 Grad Celsius in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Weitere tausende Menschen stecken vor den EU-Außengrenzen fest – darunter auch hunderte Kinder ohne ausreichend Schutz vor Kälte durch Handschuhe oder festes Schuhwerk.

Egal ob in den Lagern in Griechenland, Serbien oder Bosnien und Herzegowina: Das europäische Festland befindet sich in der kalten Jahreszeit. Derzeit sind Minustemperaturen in der Nacht und auch am Tag keine Seltenheit – geflüchtete Menschen brauchen dringend Zugang zu warmen und trockenen Unterkünften! Während über 200 Städte und Kommunen allein in Deutschland ihre Aufnahmebereitschaft signalisieren, lässt die EU willentlich Menschen zur Abschreckung erfrieren. Gerade in Nicht-EU-Staaten wie Serbien ist die Grundversorgung der geflüchteten Menschen nicht gegeben. Dennoch zieht die EU eine harte Linie und ignoriert absolut tödliche Lebensrealitäten von Menschen an den EU-Außengrenzen. Doch nicht nur das: auch in der europäischen Union werden weiterhin Menschenrechte mit Füßen getreten wie im Lager Kara Tepe.

Trotz der Kälte wagen Menschen weiterhin die gefährliche Flucht nach Europa! Erst heute Morgen gab es ein Bootsunglück im Südosten von Lesbos. Ein geflüchteter Mann wurde bereits von der Küstenwache tot geborgen, drei weitere werden vermisst.
Wir bleiben weiter laut gegen die tödliche Abschottungspolitik und kämpfen für ein solidarisches Europa und kommunale Aufnahme!