30.11.2019 um 20:00 in Wien, Badeschiff, Franz-Josefs-Kai Seebrücke x This Human World: Sichere Häfen am Donaukanal!

Organisiert von der Lokalgruppe Wien

// Special Screening + Soli-Party am Badeschiff

Das Mittelmeer gleicht einem Burggraben vor der Festung Europas – an einer der tödlichsten Grenzen der Welt ertrinken jedes Jahr tausende Menschen. Während sich europäische Staaten aus der Verantwortung ziehen, mit dem Bürgerkriegsland Libyen kooperieren und ihre Häfen schließen, kämpfen freiwillige Seenotretter_innen weiterhin um den Schutz der Menschenrechte Flüchtender.

Die Seebrücke Wien ist Teil der internationalen Seebrücke-Bewegung, die versucht, Öffentlichkeit für die besorgniserregenden und skandalösen Entwicklungen an den EU-Außengrenzen zu
schaffen und eine solidarische Bewegung für Geflüchtete und (zivile) Seenotretter_innen zu sein.

In Kooperation mit der Seebrücke findet am Badeschiff Wien ein Special Screening im rahmen von this human world – International Human Rights Film Festival statt. Gezeigt wird DIE MISSION DER LIFELINE (2019).

Anschließend will für das Recht zu gehen und das Recht zu bleiben getanzt werden – bei jiddischen Revolutionsliedern, tanzbarem Ska, Polit-Punk und DJ_anes bis in die frühen Morgenstunden.

// Screening um 20.00 Uhr

DIE MISSION DER LIFELINE
DE, 2019
68 min., OmeU

Sie wurden verklagt, beschossen und blockiert. Wie eine Gruppe Dresdner, gegen viele Widerstände, ein Schiff ins Mittelemeer brachte, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

Ihr Ziel: Geflüchtete Menschen vor dem Ertrinken retten. Dafür haben Axel Steier und das Team des Dresdner Seenotrettungsvereins „Mission Lifeline“ erfolgreich Spenden gesammelt. Mit einem eigenen Schiff sollte es ins Mittelmeer gehen. In seiner Heimatstadt Dresden schlägt Axel Steier für die Idee nicht nur Liebe entgegen. Neben öffentlichem Hass muss er Angriffe, Ermittlungen und Prozesse aushalten. Und dann die Realität auf dem Meer: Boote voller Schutzsuchender, die vor aller Augen zu sinken beginnen, Ölverlust, Beschuss durch libysche Milizen. Über zwei Jahre lang hat Filmemacher Markus Weinberg Axel und sein Team mit seiner Kamera begleitet – bis auf das Schiff vor der libyschen Küste, wo sich der Versuch Leben zu retten zunehmend auch zu einem Kampf um die europäische Idee entwickelt.

Eintritt: Freier Solidaritäts-Beitrag (Vorschlag: 5 Euro)

Im Anschluss an das Screening wird ein weiteres Filmprojekt im Badeschiff zu sehen sein: “I Wanted To Live” besteht aus der Auflistung von Informationen wie Namen und Sterbegründen von 35.597 Geflüchteten und Migranten, die seit 1993 ihr Leben in oder an den Grenzen Europas verloren haben.

Der Kurzfilm wird in Dauerschleife im oberen Bereich des Badeschiffs zu sehen sein, dazu wird es Infos vor Ort zur Entstehung und Bedeutung des Projekts geben.

// Party ab 22.00 Uhr

LINEUP:

Isabel Frey
Isabel Frey ist eine Wiener jüdische Sängerin, die die Tradition des jiddischen Revolutionslieds wiederbelebt und mit aktuellen politischen Missständen in Verbindung bringt. Die Lieder handeln sowohl vom Leid als auch von der Hoffnung des jüdischen Proletariats des frühen 20. Jahrhunderts, wovon viele heute als „Wirtschaftsflüchtlinge“ gelten würden. Dabei ist sie sowohl in Konzerthallen als auch auf der Straße zu hören. Ihre Umdichtung des anti-zaristischen Protestliedes „Daloy Politsey“ auf „Nieder mit HC“ wurde zur Hymne der Donnerstagsdemos gegen die letzte Schwarz-Blaue Regierung ernannt.

www.isabelfrey.com
www.facebook.com/isabelfreymusic

Die Zirkusband
Die Zirkusband sind sieben Leute, die gerne Experimente machen: Wie viel Farben passen auf eine Bühne? Wie viele Musikrichtungen kann man eigentlich in einem Song kombinieren? Kann es jemals zu viel Glitzer geben? Wie schnell können Tanzbeine rotieren? Wie oft können wir unsere Instrumente durchtauschen, bevor TontechnikerInnen uns meucheln? Diese Experimente führt die Zirkusband voller Hingabe und Leidenschaft für das Vergnügen bereits seit einigen Jahren durch. Angefangen haben die ebenso erfolgreichen wie erfolglosen Berufsspaßvögel als musikalische Untermalung zu den akrobatischen Kunststücken des Zirkus Giovanni. Mittlerweile bespielt die Zirkusband auch solo die Bühnen, auf der Suche nach Konfetti und Weltruhm. Mit ihren heißen sowie weisen Hymnen bringen sie selbst eiskaltes Gestein zum Brodeln. Kommt, und brodelt mit!

Hofrat Hektor
Hofrat Hektor hat seinen bürokratischen Schreibtisch verlassen, um als Freibeuter durch die sieben Sümpfe unserer Gesellschaft zu gondeln. Überzeugt, erst nach den Ratten das sinkende Schiff zu verlassen, trällert er unbeirrt Lieder neuen Horizonten entgegen. Dabei sprayt er stets Eulersche Geraden an die morschen Wände der Hafenkneipen, in denen er Männer- und Frauenherzen zum Lachen und Brechen bringt. Wenn seine Kapelle die Revolution intoniert, übertönt das Gestampfe für wenige Stunden den rauen Alltag. Hier trifft Beamtenpunk das anarchistische Bürgertum

danach: DJline – TBA

Eintritt: Freier Solidaritäts-Beitrag (Vorschlag: 7 Euro)