Lesung mit Christian Jakob: Diktatoren als Türsteher Europas

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03.04.2019 um 19:00

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Einbeck

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Lokalgruppe Einbeck


Um Migration aus Afrika zu stoppen, fördert Europa Diktatoren, die wegen Ihrer Menschenrechtsverletzungen verfolgt werden. Der sudanesische Präsident Omar al-Bashir war jahrelang international geächtet, weil er für den Völkermord in Darfur verantwortlich gemacht wird. Jetzt wird er als Verhandlungspartner hofiert und sein Land im Rahmen der Flüchtlingspartnerschaft mit Sicherheitstechnik ausgerüstet.

Auch Eritrea wegen seines repressiven Systems als „ afrikanisches Nordkorea“ verschrien, profitiert von der neuen Afrikapolitik und den Zusagen des deutschen Entwicklungsministers, die Rückkehrperspektiven für eritreische Flüchtlinge zu verbessern.

In der von Hungersnöten und Dürren geplagten Republik Niger hat die EU die Armee veranlasst, Flüchtlinge auf ihrer Transitroute zur lybischen Küste an den wenigen Wasserstellen zu stoppen – mit der Folge, dass viele die Route melden und sich gefährlichere Wege durch die Sahara suchen, Die Sahara ist mittlerweile ein Friedhof unter freiem Himmel.

Das Geschäft mit der Grenztechnologie ist ein Absatzmarkt für europäische Sicherheits- und Rüstungskonzerne.

Der ehemalige deutsche Entwicklungsministers Dirk Niebel verteidigt das Vorgehen der EU im Interview mit dem ZDF:

„Wenn es im europäischen Interesse ist und wenn es im deutschen Interesse ist, dass solche Schutzmaßnahmen durchgeführt werden können, dann muss es auch im europäischen und deutschen Interesse sein, erstens diese Maßnahmen
gegebenenfalls zu finanzieren und zweitens die Menschen, die damit arbeiten müssen, so zu qualifizieren, dass sie damit auch umgehen können.“
Niebel ist heute als Berater für einen großen deutschen Rüstungskonzern tätig.