24.05.2020 um 13:00 in Berlin, Rotes Rathaus LeaveNoOneBehind – Kundgebung

Organisiert von der Lokalgruppe Berlin

Evakuiert alle Lager – Berlin hat Platz! #LeaveNoOneBehind

Covid-19 ist tödlich – besonders für jene, die sich nicht davor schützen können. In den Lagern auf den griechischen Inseln sind geflüchtete Menschen dem Virus weiterhin auf engstem Raum ausgeliefert. Seit Wochen fordern bundesweit zehntausende Menschen grenzenlose Solidarität und die sofortige Evakuierung, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Doch die Politik weigert sich zu Handeln.

Am 23. Mai werden Menschen in Deutschland und Europa erneut auf die Straße gehen. Am 24. Mai werden wir den Protest in einer zentralen Aktion am Roten Rathaus in die Hauptstadt bringen. Gemeinsam werden wir unsere Stimme erheben und fordern: Evakuiert alle Lager – Berlin hat Platz! #LeaveNoOneBehind!

Die Bundesregierung hat kürzlich gerade einmal 47 Minderjährige aus dem Lager Moria auf Lesbos nach Deutschland geholt – acht davon kommen nach Berlin. Ein Staat, der in kürzester Zeit 200.000 deutsche Tourist*innen zurückholen und 80.000 Erntehelfer*innen für die Rettung des deutschen Spargels einfliegen kann, zeigt damit deutlich seine Prioritäten: Das Leben der Geflüchteten ist ihm nichts wert.

47 Menschen aufzunehmen ist ein peinlicher Versuch, das nationale Gewissen reinzuwaschen. Für weitere zehntausende Menschen ändert es aber nichts: Sie sind dem Virus in Lagern und Sammelunterkünften schutzlos ausgeliefert – ob in Griechenland, auf dem Balkan oder in deutschen Massenunterkünften, in denen der empfohlene Mindestabstand und die Hygienevorschriften zu einer Farce werden.

Dieses vorsätzliche Versagen der Bundesregierung und der EU nehmen wir nicht hin. Wir lassen uns mit 47 aufgenommenen Menschen nicht ruhigstellen. Unser Protest endet erst, wenn alle Menschen in Sicherheit sind.

Wir rufen am 24. Mai in Berlin zum Protest auf: Kommt ab 13:30 Uhr zum Roten Rathaus und tragt euren Protest direkt vor die Tore des rot-rot-grünen Senats. Bringt dafür zum Beispiel alte Schuhe, selbstgebastelte Schiffchen oder Schilder mit euren Forderungen an die Berliner Regierung mit und legt sie auf den Stufen vor dem Roten Rathaus ab. Tragt dabei einen orangenen Mundschutz mit #LeaveNoOneBehind oder denkt euch andere kreative Formen aus, um euren Protest sichtbar zu machen. Um 14 Uhr beginnt dann das Programm unserer Kundgebung.

Gemeinsam zeigen wir der Berliner Regierung, dass wir ihre Ausreden satthaben. Wir werden nicht länger zulassen, dass sich eine rot-rot-grüne Landesregierung hinter der Bundesebene versteckt und mit dem Finger auf Seehofer zeigt, um ihr eigenes Nichtstun zu rechtfertigen. Denn Berlin hat das Recht eigenständig über humanitäre Aufnahmen zu entscheiden. Es ist höchste Zeit, dass die Berliner Regierung ihr Versprechen umsetzt: Berlin zum sicheren Hafen machen – denn Berlin hat Platz!

Wir werden unseren Protest erneut bewusst in den öffentlichen Raum tragen und dabei auf die Einhaltung aller nötigen Schutzmaßnahmen achten. Wir rufen alle Teilnehmer*innen dazu auf Schutzmasken zu tragen und einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Gleichzeitig wissen wir, dass nicht alle derzeit auf die Straße gehen können. Seid deshalb auch online laut und sichtbar oder tragt euren Protest an dezentralen Orten auf die Straße. Nutzt #LeaveNoOneBehind und #EvacuateNow, um eurer Kreativität freien Lauf zu lassen und adressiert die Berliner Landesregierung direkt in euren Posts (z.B. @RegBerlin). Nutzt die Spielräume, die uns unter Einhaltung gesundheitlicher Sicherheitsmaßnahmen gegeben sind und achtet dabei auf die Gesundheit aller.

Wir bleiben laut, bis alle Lager evakuiert wurden!