13.12.2019 um 18:00 in Kassel, Am Stern Fluchtursachen made in Kassel

Organisiert von der Lokalgruppe Kassel

Fluchtursachen made in Kassel – Für eine Welt, in der niemand fliehen muss!

Es brodelt in weiten Teilen der Gesellschaft. Der Wille und die Notwendigkeit zur Veränderung dringt immer mehr in öffentliche Debatten. Und damit auch das Bewusstsein, dass wir hier im globalen Norden eine Verantwortung haben. Klimawandel, Ausbeutungen, Rüstungsexporte. Das alles sind Dinge, die Menschen zur Flucht zwingen und für die wir mitverantwortlich sind, sogar von ihnen profitieren.

Wir haben eine humanitäre, globale Verantwortung und Verpflichtung! Kommt mit uns am 13.12.19 um 18 Uhr zusammen auf die Straße und lasst uns ein Zeichen setzen für globale Solidarität und eine Welt, in der niemand fliehen muss! Startpunkt unserer Demonstration ist “Am Stern”!
Lasst uns zusammen aufmerksam machen auf die Verantwortung, die wir als Bürger*innen und Einwohner*innen der Stadt Kassel haben!

Fluchtursache Krieg und bewaffnete Konflikte
Wir haben dabei eine besondere Verantwortung, denn in Kassel sind die Rüstungskonzerne Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall ansässig. Diese Konzerne produzieren den Leopard II-Panzer, der in den Krisengebieten dieser Erde völkerrechtswidrig zum Einsatz kommt, wie zum Beispiel beim Angriff auf Rojava. Kriegswaffenlieferungen in Krisengebiete ermöglichen und gleichzeitig Grenzen dicht machen, Häfen schließen und Mauern errichten. Das ist die tödliche Realität der europäischen Politik im 21. Jahrhundert.

Fluchtursache Klimakrise
Wir hier im globalen Norden sind hauptsächlich verantwortlich für die Klimakrise und zugleich ist der globale Süden schon jetzt viel heftiger betroffen von den Auswirkungen. Durch den Klimawandel werden Lebensgrundlagen in Ländern des globalen Süden zerstört und Menschen zur Flucht gezwungen.
Um das Tempo der Erderwärmung wenigstens zu drosseln, brauchen wir in allen gesellschaftlichen Bereichen, egal ob lokal oder global, tiefgreifende Veränderungen. In Kassel können wir aktiv an der Verringerung der Treibhausgas-Emissionen mitwirken, z.B. durch den Umbau des Kasseler Kohlekraftwerks auf erneuerbare Energien, den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie eines kostenfreien ÖPNV’s für alle Menschen, die in unserer Stadt wohnen.

Fluchtursache Konsum und Lebensweise
Der Wohlstand des globalen Nordens basiert auf der strukturellen Ausbeutung der Länder im globalen Süden. Sowohl der Abbau der Rohstoffe als auch die Produktion unserer Gebrauchsgegenstände, von Kleidung bis zu Technologie, findet unter teils menschenunwürdigen Bedingungen statt. Menschen fliehen auch vor solchen Lebensbedingungen und Ausbeutungen.
Für uns bedeutet das: jedes konsumierte Produkt steht im Zusammenhang mit den Rohstoffen und den Bedingungen, unter denen es gefertigt wurde. Wir als Konsumenten haben daher eine Verantwortung und entscheiden mit unserem Kaufverhalten, ob wir die strukturelle Ausbeutung von anderen Menschen weiter begünstigen oder uns nach Alternativen umsehen.

Und während die Zusammenhänge zwischen den Gründen zur Flucht und Migration glasklar auf der Hand liegen, schottet die EU sich ab. Die Auswirkungen davon sind verheerend: seit 2015 sind mehr als 15.000 Menschen bei ihrem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, ertrunken.

Wir als Seebrücke Kassel fordern
die Schaffung von sicheren und legalen Fluchtwegen und Bewegungsfreiheit für alle!
das Ende der Kriminalisierung von Seenotretter*innen und allen Aktiven, die sich für Menschen auf der Flucht und der Durchsetzung ihrer Rechte einsetzen!
die Politik und die Gesellschaft auf, sich den drängenden Problemen unserer Zeit endlich zu stellen und gemeinsam und solidarisch für eine lebenswerte und gerechte Welt einzustehen!

Unterstützende

Initiative Nahverkehr
Rothe Ecke e.V.