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Demo/Kundgebung der Seebrücke Dortmund

Uhrzeit

15.12.2018 um 13:00

Ort

Dortmund, Platz der Alten Synagoge, 44137 Dortmund, Germany

Link

***Aufruf zur Demo am 15.12.2018***

Stoppt das Sterben im Mittelmeer.
Sichere Fluchtwege schaffen.

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Anstatt Grenzen dicht zu machen und Seenotretter*innen zu kriminalisieren, brauchen wir sichere Fluchtwege und Häfen und solidarische Städte, die bereit sind, Geflüchtete aufzunehmen.
Seit der Gründung der Seebrücke-Bewegung Ende Juni waren bereits über 150.000 Menschen in Europa auf der Straße, um gegen die inhumane EU-Abschottungspolitik zu demonstrieren. Die aktuelle Situation im zentralen Mittelmeer ist nicht haltbar und fordert nach wie vor Menschenleben. Während die absoluten Zahlen rückläufig sind, ist die Todesrate auf einem Rekordhoch.

Nachdem im September dem letzten noch aktiven Rettungsschiff die Flagge entzogen worden war, starb jede*r fünfte Flüchtende.

Einige Boote werden von der sogenannten libyschen Küstenwache aufgegriffen. Dies bedeutet für die Menschen eine erzwungene Rückführung in eine Spirale aus Haft, Gewalt, Missbrauch, Folter und Versklavung – unterstützt und gebilligt von der EU, welche die libysche Küstenwache materiell unterstützt und ausbildet.
Durch diese menschenverachtende Praxis wird die völkerrechtliche Verpflichtung zur Seenotrettung bewusst verletzt, laut derer Gerettete innerhalb einer angemessenen Zeit an einen sicheren Ort zurückgebracht werden müssen. Im Juni wurde das Rettungsschiff „Lifeline“ mit 234 teils erkrankten Menschen tagelang am Einlaufen in sichere Häfen gehindert. Malta und Italien nahmen somit Gefahr für Leib und Leben der Schutzsuchenden billigend in Kauf.

Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Schiffe in Seenot den zivilen Rettungsschiffen nicht gemeldet werden. Zudem werden an der Seenotrettung beteiligte Menschen vor Gericht angeklagt. Durch das bewusste Erschweren und die Kriminalisierung der Seenotrettung wird eine große Hürde für Hilfeleistungen aufgebaut. Seenotrettung ist kein Verbrechen, sondern humanitäre Pflicht und darf deshalb nicht vor Gericht verhandelt werden.

In Zeiten, in denen sich rechtspopulistische Meinungen immer mehr durchsetzen und sogar der UN-Migrationspakt angefochten wird, ist es Zeit, uns im Sinne einer humanitären Politik mit Flüchtenden und Helfenden zu solidarisieren.

Am Samstag nach dem Tag der Menschenrechte rufen wir alle Menschen in Dortmund und Umgebung dazu auf, mit uns ein Zeichen gegen die aktuelle Haltung der EU zu setzen. Wir fordern:
– sichere Fluchtwege
– eine Unterstützung und Ausweitung von staatlicher und privater Seenotrettung
– die Freisetzung der Seenotrettungsschiffe
– die Entkriminalisierung der Helfer*innen, die auf dem Mittelmeer Menschenleben retten.

Setz mit uns gegen das Ertrinken im Mittelmeer ein Zeichen

Route:
Platz der Alten Synagoge (Auftakt)
Hansastraße
Hiltropwall
Hoher Wall
Westentor
Kamstraße (Zwischenkundgebung Höhe DSW21)
Freistuhl
Platz der Deutschen Einheit (Ende)