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“Baut Brücken – Keine Mauern“ – Fahrraddemo

Uhrzeit

06.10.2018 um 12:00

Ort

Stralsund, Bahnhofstraße, 18439 Stralsund, Deutschland

Link

BAUT BRÜCKEN, KEINE MAUERN!
FAHRRADDEMO DER INITIATIVE SEEBRÜCKE MV
06.10. // 12 UHR // STRALSUND (PARKPLATZ BAHNHOFSTRAßE)
Derzeit sterben tagtäglich Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer, weil ihnen das universale und international verbriefte Recht auf Rettung aus der Seenot verweigert wird. Während einerseits vor Ort nahezu keine staatlichen Strukturen in der Lage oder gewillt sind, die Seenotrettung effektiv zu übernehmen, werden zeitgleich die freiwilligen zivilen Seenotretter*innen mit fadenscheinigen Begründungen massiv an ihrer Arbeit gehindert und kriminalisiert. Im Mittelmeer zeigt Europa gerade sein wahres Gesicht: NGO-Mitarbeiter*innen und Kapitän*innen von Rettungsschiffen stehen nicht trotz, sondern wegen ihres Einsatzes für die Wahrung von Menschenrechten und die Einhaltung geltenden Seerechts vor Gericht.Hierzulande ist es hingegen sehr still geworden um die humanitäre Katastrophe vor Europas Grenzen. Die Medien berichten kaum noch über das Sterben auf hoher See, geschweige denn die unrechtmäßige Festsetzung der Rettungsschiffe. Es wird der Eindruck vermittelt, die sogenannte „Flüchtlingskrise“ sei endlich „überstanden“ und „gemeistert“. Dabei werden nicht nur erfolgreich die erschreckenden Bilder und Szenen auf dem Mittelmeer ausgeblendet. Die Hintergründe, die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat aufzugeben und die entbehrende und lebensgefährliche Flucht in Richtung Europa auf sich zu nehmen, werden gar nicht erst thematisiert. Damit wird vermieden, dass die Rolle der Industriestaaten und ihrer wirtschaftlichen Dominanz in dieser Tragödie allzu sehr in den Fokus des öffentlichen Diskurses gerät, hieße dies doch, sich mit den Zusammenhängen zwischen dem eigenen Wohlstand und dem Elend der Verlierer*innen unseres Wirtschaftssystems auseinanderzusetzen. Das mediale Feld wird in Europa daher weitgehend dem konservativen und rechten politischen Spektrum überlassen, welches unter anderem die Seenotretter*innen als sogenannte „Schlepperbanden“ diffamiert, die Fluchtursachen und -hintergründe verklärt und die unzähligen Toten verhöhnt.
Die internationale und dezentrale Bewegung „Seebrücke – schafft sichere Häfen!“ tritt diesem Trend entgegen und macht europaweit mit umfangreichen kreativen Aktionen und Kampagnen auf die verzweifelte Situation der Betroffenen und ihrer verhinderten Retter*innen aufmerksam. Am 06.10.2018 wollen auch wir hier im Norden ein deutliches Zeichen gegen das Schweigen und Wegsehen setzen. Wir wollen der Welt zeigen, dass es beim Grundrecht auf ein lebenswertes Leben und körperliche wie seelische Unversehrtheit keine Ausnahmen oder Bedingungen geben kann. Schwingt Euch auf Euer Rad, erklimmt gemeinsam mit uns die Höhen der Rügenbrücke in Stralsund und verleiht mit Eurer Stimme unseren gemeinsamen Forderungen den Nachdruck, der sie unüberhörbar werden lässt! Kampf den Fluchtursachen, nicht den Flüchtenden! Gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer! Für sichere Transferrouten nach Europa und einen menschenwürdigen Umgang mit den hier Ankommenden! Baut Brücken, keine Mauern!