35.000 Tote im Mittelmeer mahnen: Das Sterben muss ein Ende habe

Uhrzeit

14.02.2019 um 16:30

Ort

Göttingen, Bahnhofsplatz, 37073 Göttingen, Deutschland

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Lokalgruppe

Lokalgruppe Göttingen


Nach 3 Wochen katastrophaler europäischer Flüchtlingspolitik auf dem Rücken von Geflüchteten auf den Booten der Sea-Watch werden aktuell 298 Flüchtlinge und Migrant*innen aus Malta auf 8 europäische Länder verteilt, Deutschland bietet 60 von ihnen Aufnahme. Aber Göttingen verweigert sich nach wie vor. Göttingen muss endlich ein sicherer Hafen werden!

Angesichts der unerträglichen Situation an den europäischen Außengrenzen wachsen in unzähligen Städten Deutschlands, ja Europas Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die der Parole “from the seas to the cities” folgen. In manchen Städten und Gemeinden übernimmt die Politik diese Haltung. Namhafte Bürgermeister Südeuropäischer Städte treten mutig für eine humanere Aufnahmepolitik auf. Selbst der Papst kritisiert die europäische Flüchtlingspolitik an dieser Stelle. Aber dieser Ruf nach einem Ende des Sterbens an den europäischen Außengrenzen kommt in den Göttinger Betonköpfen nicht an. Die Stadt sei zwar richer als zuvor, so OB Köhler, aber für Flüchtlinge gilt ein Zuzugsstop, eine zusätzliche humanitäre Aufnahme wird kategorisch abgelehnt. Deshalb werden wir jetzt lauter!

Seit dem Bootsunglück vor Lampedusa am 03.10.2013, bei dem nachweislich 366 Menschen ihr Leben verloren haben, kämpft das Göttinger Lampedusa-Bündnis im internationalen Chor der Solidarität mit Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen für eine menschenwürdige Aufnahmepolitik und das Ende des Mordens im Mittelmeer. Seitdem aber wurden die Grenzsicherungsmaßnahmen und schmutzigen Deals noch intensiviert. Heute zählen wir an den Außengrenzen an die 35.000 Tote und werden unerträglicher Zustände in den der EU vorgelagerten Camps gewahr. Egal ob wir nach Libyen, Lesbos oder Bosnien schauen, Menschenrechte finden hier keine Beachtung mehr. Im Gegenteil: Die Kriminalisierung der Seenotrettung wird fortgesetzt, AktivistInnen aus der Willkommensgesellschaft werden vor Gericht gezerrt, Diskurs und materielle Wirklichkeit verschieben sich europaweit nach Rechts.

In Göttingen hat der Stadtrat mehrere Anträge zur Aufnahme Geflüchteter aus dem Mittelmeerraum abgelehnt. Obwohl AntifaschistInnen, Linke, GRÜNE und Piraten dies mehrmals beantragt haben, stellen sich SPD, CDU und Verwaltung stur. Ja, eine zunehmend rücksichtslosere Abschiebepraxis in Göttingen spottet allen Bemühungen Hohn, hier Integration und Willkommenskultur zu praktizieren.

Deshalb hat das Lampedusa-Bündnis am 24.11.2018 eine Reihe von Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen gestartet. Begonnen haben wir in Kooperation mit der Seebrücke Göttingen vor dem Auditorium Maximum, fortsetzen werden wir dies am Donnerstag, den 14.02. um 16:30 am Bahnhofsvorplatz.

• Göttingen soll ein sicherer Hafen werden,
• die Patenschaft eines der Seenotrettungsschiffe übernehmen und
• regelmäßig zusätzlich Geflüchteten, die an den europäischen Außengrenzen gestrandet sind, in Göttingen Schutz bieten.

Hierzu laden wir alle Freunde und FreundInnen der Solidarität und Mitmenschlichkeit und alle KritikerInnen der europäischen Flüchtlingspolitik herzlich ein.

Das Göttinger Lampedusa-Bündnis