1 Europa für Alle

1 EUROPA FÜR ALLE –
das heißt sichere Fluchtwege und gleiche Rechte für alle!

Die Demonstrationen „Ein Europa für Alle: Deine Stimme gegen Natio-nalismus!“, die zeitgleich am 19. Mai in Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München stattfinden, werden von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen getragen.

In den folgenden Städten gibt es eigene Blocks und Treffpunkte der Seebrücke:

 

HAMBURG

„Bewegungsblock“ gemeinsam mit vielen anderen antirassistischen und antifaschistischen Initiativen: 12 Uhr, Rathausmarkt

BERLIN

Seebrücke-Block: 12 Uhr, Alexanderplatz

KÖLN

Hier gibt es mehrere Treffpunkte! Für den Seebrücke-Block gilt: 11 Uhr, Clodwigplatz

FREIBURG

Die Demo trifft sich am Platz der Alten Synagoge, 12 Uhr

FRANKFURT

Der Orange Block trifft sich um 11.15 vor dem Kaisersack gegenüber vom Hauptbahnhof. Um 11.40 geht’s dann gemeinsam zum Opernplatz.

München

Der Seebrücke-Block trifft sich um 11 Uhr an der Donnersberger Brücke oben am S-Bahnaufgang.

 

 

Wir rufen auf zu den Demonstrationen unter dem Motto EIN EUROPA FÜR ALLE – DEINE STIMME GEGEN NATIONALISMUS, weil wir für ein ganz anderes Europa einstehen, das nicht identisch ist mit der heute existierenden EU.

  • Ein Europa, das tatsächlich offen für alle ist und in das Menschen nicht mit Schlauchbooten, sondern mit Fähren und Flugzeugen kommen können.
  • Ein Europa, in dem Nationalität und Hautfarbe keine Rolle spielen und in dem niemand in Lagern leben muss.
  • Ein Europa, in dem alle die gleichen Rechte haben, egal ob schon ihre Großeltern hier gelebt haben oder sie gerade erst angekommen sind.
  • Ein Europa, in dem niemand Angst haben muss, weder vor rassistischer Diskriminierung, noch vor sozialem Elend oder davor, zurück in Not und Bürgerkrieg geschickt zu werden.

Wir verstehen unseren Aufruf zu den Demonstrationen am 19. Mai als einen Aufruf zum Protest und zum Widerstand: Gegen rechte Parteien, ihren Rassismus und Nationalismus ebenso wie gegen die Politik der EU.

Wir wollen insbesondere gemeinsam mit all den Menschen auf die Straße gehen, denen das Wahlrecht in Deutschland und der EU vorenthalten wird und die staatlichem und gesellschaftlichem Rassismus ausgesetzt sind. Denn Demokratie besteht nicht im Wählengehen allein – und Veränderung zum Guten kommt nicht von oben.

Die Außengrenzen der Europäischen Union sind ein Massengrab. Zehntausende Menschen sind beim Versuch, in Europa Schutz vor Verfolgung, Krieg und Elend zu finden, ums Leben gekommen. Das Sterben im Mittelmeer ist kein unvermeidliches Unglück, sondern das Resultat einer gezielten Politik der Abschreckung und des Sterbenlassens.
Die Behinderung und Kriminalisierung der freiwilligen Seenotrettung ist die Spitze des Eisbergs dieser inhumanen Politik.

Die Europäische Union feiert sich gern für ihren Einsatz für Frieden und Menschenrechte. Wir finden jedoch, dass es nichts zu feiern gibt angesichts der Toten im Mittelmeer und angesichts der Mitverantwortung der EU für die weltweiten Fluchtursachen: Mitver-antwortung durch Rüstungsexporte, durch eine Handelspolitik, die das Elend in vielen Ländern des Südens verschlimmert oder durch die Tatenlosigkeit beim Klimaschutz. Der Friedensnobelpreis, den die EU 2012 erhalten hat, ist eine Farce und hätte längst schamvoll zurückgegeben werden müssen.

Nicht das Erstarken faschistischer und rechter Parteien in vielen Ländern Europas ist dafür verantwortlich, dass aus Europa eine Festung geworden ist, vor deren Mauern die Menschen ertrinken. Es ist genau umgekehrt: Es waren die Parteien der Mitte, die für Jahrzehnte der Abschottungspolitik und Jahrzehnte einer unsozialen, neoliberalen Politik zu Lasten der Mehrheit verantwortlich sind. Sie erst haben den Boden bereitet, auf dem jetzt die Hetze von Orban und Salvini, von Le Pen und Gauland gedeiht.

Die SEEBRÜCKE ist eine Bewegung von unten, die sich engagiert für sichere Fluchtwege, für unbehinderte Seenotrettung und für ein Ende des Sterbens an den europäischen Grenzen.
Die SEEBRÜCKE fordert ein Ende der Zusammenarbeit mit der so genannten libyschen „Küstenwache“, die Menschen in schlimmste Internierungslager mit Folter und Misshandlungen zurück bringt. Ebenso protestieren wir gegen die Verschiebung der Flüchtlingsabwehr nach Süden, was die Opferzahlen in den Wüsten steigen lässt. Wir wenden uns damit sowohl gegen die Politik der EU, der Bundesregierung als auch gegen alle rechten und rassistischen Parteien.

Sehr viele Städte in Deutschland haben sich zu sicheren Häfen erklärt und damit ihre Bereitschaft bekundet, aus Seenot Gerettete aufzunehmen. Diesen Worten müssen nun Taten folgen! Es gibt ein Netzwerk solidarischer Städte in ganz Europa.

Möglich gemacht hat dies das kollektive Engagement hundert-tausender Menschen. Auf sie setzen wir unsere Hoffnungen. Ihre Stimme muss noch lauter werden.

Damit EIN EUROPA FÜR ALLE Wirklichkeit werden kann.