SICHERER HAFEN JETZT FÜR DIE GÄSTE DER SEA-WATCH 3!

#MachtHochDieTür: Mach mit!
Spende jetzt an die SEEBRÜCKE
Weihnachtsabend auf der Sea-Watch 3 | Chris Grodotzki/Sea-Watch

 

Update (09.01.19 18:00): Nach bis zu 19 Tagen auf See konnte sich die Europäische Kommission endlich zu einer Lösung durchringen. Die Geretteten der Sea-Watch 3 und der Professor Albrecht Penck gehen in Malta an Land. Dass es Teil des Deals ist, dass 44 Menschen nach Bangladesch abgeschoben werden schockiert genau so wie die Leichtfertigkeit, mit der Europäischen Staaten trotz der Offenheit vieler Kommunen die Leben der Gäste der Rettungsschiffe aufs Spiel gesetzt haben.

Update (02.01.19 15:00): Auch die Professor Albrecht Penck der Organisation Sea-Eye hat 17 Menschen vor dem Ertrinken gerettet und wartet seit mehreren Tagen auf einen sicheren Hafen. Beide Schiffe suchen vor der maltesischen Küste Schutz vor einem schweren Sturm.

Update (28.12.18 20:00): Mehrere Städte (u.a. Marburg, Heidelberg und Berlin) sind bereit, die Menschen auf der Sea-Watch 3 aufzunehmen. Doch Horst Seehofer versperrt den Lösungsweg: Er verlangt scheinheilig eine “europäische Lösung“. Spanien hat dieses Jahr 55.756 auf dem Mittelmeer gerettete Menschen aufgenommen, Deutschland 115. Da ist genug Luft nach oben!

Offener Brief der SEEBRÜCKE: Gäste der Sea-Watch jetzt aufnehmen!

Am 22. Dezember hat die Sea-Watch 3 vor der libyschen Küste insgesamt 32 Menschen aus Seenot gerettet. Seitdem wird den Geretteten kein sicherer Hafen zugewiesen. Indes haben Italien und Malta die Aufnahme der Menschen bereits abgelehnt. Während der Weihnachtsfeiertage mussten die 32 aus Seenot Geretteten auf dem Mittelmeer ausharren.

Offener Brief an den Bundesinnenminister und die Oberbürgermeister*innen und Bürgermeister*innen in Deutschland

27.12.2018

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister,
sehr geehrte Obermeister*innen,
sehr geehrte Bürgermeister*innen,

sicherlich haben Sie schöne Festtage mit Ihrer Familie verbracht und die Ruhe der Weihnachtszeit genossen. Nicht alle Menschen haben dieses Privileg. Die Seenotretter*innen der Nichtregierungsorganisationen waren auch über Weihnachten auf dem Mittelmeer, um Flüchtende aus Seenot zu bergen. Sie flohen u.a. vor Krieg und Verfolgung. Sie sind den Lagern der libyschen Milizen entkommen, in denen Folter, Morde, Versklavung alltäglich sind.

Die Sea-Watch 3 hat bereits am vergangenen Samstag 32 Menschen aus Seenot gerettet. Seitdem wird den Retter*innen kein sicherer Hafen zugeteilt, in dem das Schiff anlegen darf. Unter den Geretteten befinden sich auch Kinder.

Erst vor Kurzem hat die „Open Arms“, das Schiff der spanischen Seenotrettungsorganisation Proactiva Open Arms, über 300 Menschen aus Seenot gerettet. Spanien hat sich bereit erklärt, die Menschen aufzunehmen. Derzeit befindet sich die „Open Arms“ auf dem Weg zum spanischen Hafen Algercias.

Nun ist es an Ihnen zu handeln. Folgen Sie dem Beispiel Spaniens und zeigen Sie, dass fundamentale Rechte keine leeren Worthülsen sind.

In Deutschland haben sich bereits 33 Städte zu Sicheren Häfen erklärt und ihre Bereitschaft signalisiert, freiwillig über die Verteilungsquote hinaus Geflüchtete aufzunehmen und sich öffentlich solidarisch mit Geflüchteten und den Seenotretter*innen zu zeigen. Immer mehr Städte bemühen sich darum, aus Seenot Gerettete aufzunehmen und für sie ein sicherer Hafen zu sein. Dies zeigt die ungebrochene Bereitschaft der Städte für ein menschliches Miteinander und Menschenrechte einzustehen.

Wir fordern den Bundesminister des Inneren auf: Veranlassen Sie unverzüglich alles politisch Erforderliche zur Aufnahme der Menschen. Weisen Sie das BAMF an, Aufnahmezusagen für die Menschen auf der Sea-Watch 3 zu erteilen. Unterstützen Sie die Städte bei der Aufnahme der Menschen von der Sea-Watch 3. Erkennen Sie die Bereitschaft der Städte an, für ein menschliches Miteinander und Menschenrechte einzustehen, und ermöglichen Sie mit entsprechenden Anordnungen diese Aufnahme.

Wir fordern alle Oberbürgermeister*innen und Bürgermeister*innen auf: Erklären Sie Ihre Städte zu sicheren Häfen. Erklären Sie sich bereit, die geretteten Menschen aufzunehmen. Zeigen Sie sich solidarisch mit den Geflüchteten und den Seenotretter*innen. Zeigen Sie sich solidarisch mit anderen Städten, die sich bereits zu Sicheren Häfen erklärt haben. Fordern Sie den Bundesminister des Inneren dazu auf, die Aufnahme der aus Seenot Geretteten unverzüglich zu veranlassen.

Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Geretteten und die Crew der Sea-Watch 3 bei schwierigen Wetterverhältnissen noch immer in einer gefährlichen Situation befinden. Es bedarf unser aller Solidarität und unseres entschlossenen Handelns, den Menschen von der Sea-Watch 3 einen Sicheren Hafen zu geben. Lassen Sie uns der nächste sichere Hafen sein und die Türen hochmachen!

Zeigen Sie den Menschen, dass alle sich auch nach Weihnachten auf Menschlichkeit und die Durchsetzung fundamentaler Menschenrechte verlassen können.

Seien Sie die SEEBRÜCKE!

Im Namen der SEEBRÜCKE

 

HILF AUCH DU MIT, DEN GÄSTEN DER SEA-WATCH 3 EINEN SICHEREN HAFEN ZU BIETEN:

  • Sende den offenen Brief an deine*n Bürgermeister*in
  • Bitte dein*en Bürgermeister*in um ein Statement:
    • Vielleicht ist sie*er bereit, ein Videostatement mit dir zu machen (wie dieser Bürgermeister aus Heidelberg),
    • in einem offenen Brief die Aufnahmebereitschaft deiner Stadt zu erklären,
    • eine Presseerklärung zu versenden und in den sozialen Medien kund zu tun, dass ihre Aufnahmebereitschaft immer noch gilt.
    • Hier findest du die Kontakte zu den Bürgermeister*innen der Sicheren Häfen.
  • Fordere selbst unter dem Hashtag #MachtHochDieTür einen sicheren Hafen für die Sea-Watch 3. Grafiken, die du verwenden kannst, findest du hier.
  • Ermögliche mit deiner Spende an die SEEBRÜCKE und die zivile Seenotrettung unsere Arbeit.