17. Januar 2020 Libyen Konferenz in Berlin: Seebrücke fordert sofortige Evakuierung der Menschen aus libyschen Lagern

  • Alle flüchtenden Menschen in libyschen Lagern müssen sofort evakuiert werden
  • Nicht nur Waffenexporte, sondern auch die Unterstützung der sogenannten libyschen Küstenwache sofort einstellen


Anlässlich der Libyen-Konferenz am Sonntag in Berlin fordert die Bewegung SEEBRÜCKE, dort auch eine Lösung für die dramatische Lage der Menschen in den libyschen Lagern zu finden.
“Allein die Tatsache, dass es nun eine Libyen-Konferenz in Berlin gibt, zeigt: Libyen ist ein Land im Bürgerkrieg, der täglich weiter zu eskalieren droht. Geflüchtete Menschen sind dort nicht sicher, sondern schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt,” erklärt Christoph Kleine von der SEEBRÜCKE und fordert mit Blick auf die sogenannte libyschen Küstenwache: 
“Wer richtigerweise ein Waffenembargo für Libyen fordert, muss die Finanzierung und logistische Unterstützung aller kämpfenden Milizen einstellen. Das bedeutet auch, dass der sogenannte libyschen Küstenwache alle EU-Mittel und die Zuständigkeit für die Seenotrettung entzogen werden müssen.”
Stattdessen sieht die SEEBRÜCKE Deutschland und die EU in der Pflicht. 
Christoph Kleine:
“Die staatliche europäische Seenotrettung muss wieder aufgenommen werden und die zivile Seenotrettung entkriminalisiert werden. Vor allem aber brauchen wir sichere Fluchtrouten, damit niemand mehr in ein Schlauchboot steigen muss, um der libyschen Hölle zu entkommen. Daher fordern wir die sofortige Evakuierung der Menschen aus den libyschen Lagern nach Europa.”

Kontakt: press@seebruecke.org

Die SEEBRÜCKE ist eine breite zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich für die zivile Seenotrettung, für sichere Fluchtwege und für die dauerhafte Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland einsetzt.