24. August 2020 PUSHBACKS – Teil 1

Griechenland & die EU versuchen mit aller Macht zu verhindern, dass Flüchtende die EU-Außengrenze überqueren. 
In den letzten Monaten hören wir fast täglich von verschiedenen Pushbacks, es gibt immer mehr Video- & Fotobeweise, Journalist:innen berichten & stellen Nachforschungen an.
In #pushbacks werden Menschen zurück über eine Grenze gedrängt, die sie in den meisten Fällen kurz zuvor überquert haben. 

In den letzten Monaten hat @mareliberumofficial eine Vielzahl verschiedener Pushback-Methoden gesammelt. All diese Methoden sind Teil einer menschenverachtenden Strategie, die um jeden Preis verhindern soll, dass Flüchtende Europa erreichen.

Pushbacks mit Rettungsinseln:
Die griechische Küstenwache zwingt Flüchtende in Rettungsinseln oder -boote, zieht diese in türkische Gewässer & lässt sie dort weitertreiben. Die Rettungsinseln & -boote sind eigentlich zur Rettung in #seenot geratener Menschen gedacht, haben keinen Motor, können nicht gesteuert werden & sollten grundsätzlich nur so kurz wie möglich in Notfällen zum Einsatz kommen. Das Benutzen von Rettungsmaterialien bei Pushbacks ist nicht nur zynisch, sondern auch extrem gefährlich & herabwürdigend. Seit März 2020 wurden 893 Menschen von der griechischen Küstenwache in Rettungsinseln oder -booten auf dem Meer ausgesetzt & dort ihrem Schicksal überlassen.

Pushbacks zu kleinen, meist unbewohnten Inseln:
Die griechische Küstenwache nimmt Flüchtende an Bord eines ihrer Schiffe, fährt zu einer kleinen Insel in türkischen Gewässern & lässt die Menschen dort zurück. Oft sind die Inseln unbewohnt oder haben nur minimale Infrastruktur. 2020 haben wir von 4 verschiedenen Fällen gehört, in denen Flüchtende auf den Inseln Başak, Boğaz & Bayrak ausgesetzt wurden. 

Pushbacks durch Maskierte:
Maskierte Männer in Schnellbooten greifen Flüchtende an. Meist sind sie mit langen Stäben bewaffnet oder tragen Schusswaffen bei sich. Damit sabotieren sie das Schlauchboot & schlagen die Flüchtenden an Bord. Zudem gibt es Berichte & Videos, die Schüsse ins Wasser oder auf die Schläuche der Boote bezeugen. Es gibt viele Hinweise darauf, dass es sich hierbei nicht um Milizen, sondern Mitglieder der griechischen Küstenwache.