17. April 2021 Lybische Küstenwache abgehört: Flüchtende Menschen wurden dem Tod überlassen

Abhörprotokolle zeigen, was wir seit Jahren sagen: Die sogenannte libysche Küstenwache hat flüchtende Menschen dem Tod überlassen – und italienische Behörden wussten Bescheid. Exklusive Recherchen vom Guardian und italienischen Medien zeigen, dass Italien wusste, dass die sogenannte libysche Küstenwache auf sterbende Menschen im Mittelmeer mit Gleichgültigkeit reagierte und flüchtende Menschen trotz Notfällen auf offener See allein gelassen wurden. Viele verloren durch das Nicht-Handeln der italienischen und libyschen Behörden ihr Leben.

Die sogenannte libysche Küstenwache wird von der EU finanziert und ausgebildet. Das Ziel: Sie soll Menschen von der Flucht nach Europa abhalten. Die sogenannte libysche Küstenwache fängt Boote mit flüchtenden Personen ab und bringt sie unter Anwendung von Gewalt zurück nach Libyen. In Libyen werden geflüchtete Menschen in Lager gesteckt, in denen ihnen Folter, Vergewaltigungen und der Tod drohen.

Dass Europa die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache fortsetzt, obwohl die Zustände bekannt sind, zeigt, wie wenig sich Europa für Menschenrechte und Menschenleben interessiert. Und noch schlimmer: Europa klagt zivile Seenotretter*innen an und zerrt sie vor Gericht. Für uns ist klar: Volle Solidarität mit der zivilen Seenotrettung! Wir stehen bei dem Kampf für Menschenrechte und gegen das Ertrinkenlassen an eurer Seite und fordern Konsequenzen für das Nicht-Handeln der Behörden! WIR ALLE SIND DIE SEEBRÜCKE!