10. März 2020 Ihr Leben war der EU keine Rettung wert – 91 Menschen wahrscheinlich ertrunken

Am Samstag, den 08. Februar, brachen rund 91 Menschen auf einem schwarzen Schlauchboot von Libyen Richtung Norden auf. Am nächsten Morgen gerieten sie in Seenot. Das Alarmphone setzte sich stundenlang für einen Rettungseinsatz ein, doch die Behörden in Malta, Italien und Libyen ignorierten den Notfall. Der Kontakt zu den Menschen brach ab.

Am 19. Februar wurde ein leeres Schlauchboot gefunden wurde, dessen Position mit der des vermissten Bootes vom 8. Februar übereinstimmt.
Wenig später berichtete die IOM, dass das vermisste Boot mit keiner der jüngsten Such- und Rettungsaktionen von Malta, Italien, Libyen oder den NGOs in Verbindung zu bringen sei.

Alarmphone hat Kontakt zu den Angehörigen der 91 Menschen. Sie hoffen und bangen noch immer, obgleich es kein Lebenszeichen gibt. Die Aufklärung des Falls ist vor allem deswegen schwierig, weil Italien und Malta beharrlich schweigen. Seit dieser Woche führt die IOM die 91 Menschen offiziell in ihrer Liste der mehr als 20.000 im Mittelmeer ertrunkenen und verschollenen Menschen.

Unser Mitgefühl gilt den Familien und Freund*innen der vermissten und ertrunkenen Menschen. Viele von ihnen leben in Ungewissheit, können nicht Abschied nehmen und abschließen. Unsere Wut gilt einer Friedensnobelpreisträgerin, die aktiv eine tödliche Abschottungspolitik betreibt um Menschen aufzuhalten die nichts weiter als Schutz suchen. Lasst uns die Wut in Solidarität und lautstarken Protest umsetzen!