27. Juli 2020 Griechische Behörden zwingen Geflüchtete auf die Straßen Athens

Die griechischen Behörden haben begonnen, tausende geflüchtete Menschen aus staatlichen Unterkünften zu vertreiben und in Athen auf die Straße zu setzen. Dadurch sollen die Lager frei werden für andere geflüchtete Menschen. Statt neue Unterkünfte zu schaffen – wofür Griechenland gerade erst EU-Mittel erhielt –, werden Menschen obdachlos gemacht.

Die Folgen sind im Athener Stadtzentrum zu sehen: Hunderte campieren aktuell auf dem Viktoria-Platz – Familien mit Kindern, Schwangere, alte Menschen, Kranke. Seit Tagen sind sie ohne jede Versorgung, ohne Toiletten und Waschmöglichkeiten, Sonne und Hitze schutzlos ausgesetzt und werden regelmäßig von der Polizei vertrieben. Nur lokale Helfergruppen bringen ihnen Wasser und Essen. Diese Bilder hat eine junge Frau aus Afghanistan aufgenommen.

Griechenland ist verpflichtet, für eine menschenwürdige Unterbringung zu sorgen. Und die anderen EU-Staaten müssen deutlich mehr Menschen aus Griechenland aufnehmen. Alleine in Deutschland stehen tausende Plätze leer, fast alle Bundesländer und hunderte Kommunen haben ihre Aufnahmebereitschaft erklärt. Die 900, die das deutsche Innenministerium aufnehmen will, sind viel zu wenig. Evakuiert die Lager, holt die Menschen von der Straße!