11. Juni 2020 Europas Krieg gegen Flüchtende

In Libyen herrscht weiter Krieg. Die von der EU und der Türkei unterstützte Regierung in Tripolis hat mehrere Siege gegen den von Russland und Ägypten unterstzützen General Haftar errungen und befindet sich auf dem Vormarsch. Fast 20.000 Menschen sind bislang vor den heftigen Kämpfe geflohen, wie immer leiden Zivilist*innen und geflüchtete Menschen am meisten unter den Kämpfen.

Nun hat Russland weitere Kampfflugzeuge nach Libyen entsandt und Ägypten hat dutzende Panzer in Richtung Libyen verlegt. Wie es weiter geht, ist vollkommen offen.

Fest steht nur, dass das Land sich weiterhin in einem blutigen Bürgerkrieg befindet und die EU trotzdem hunderte Millionen Euro an Milizen zahlt, damit diese Menschen, die nach Europa fliehen wollen, ins Bürgerkriegsland zurückbringen und dort gefangen nehmen – so auch gestern erst wieder geschehen, als 185 Menschen nach Libyen zurückgebracht wurden.

Europa schaut nicht nur zu. Während Russland, die Türkei, Ägypten und viele weitere Länder um Macht, Öl und Einfluss kämpfen, kämpft Europa in Libyen gegen Menschen auf der Flucht. Europas Spionagesatelliten und Flugzeuge spähend Fluchtboote aus, und durch Europa finanzierte und ausgerüstete Milizen rücken aus, um die Menschen abzufangen und in Foltergefängnisse zu bringen.

Europa führt Krieg gegen Menschen auf der Flucht. Der Krieg muss beendet werden. Wir müssen aktiv bleiben und dürfen nicht locker lassen. Europa muss sofort jegliche Unterstützung für kriminelle libysche Milizen einstellen.