19. November 2020 Eingesperrt in den Lagern

Keine Dusch- oder Hygienemöglichkeiten, kein Warmwasser, kaum Stromzugänge, keine winterfesten Zelte, keine medizinische Versorgung. Das alles ist Alltag im neuen #Moria 2.0 – und zudem gibt es Regeln wie im Gefängnis. Bei Verstoß drohen harte Strafen.

Durch einen anonymen Leak eines Dokuments des RIC Camp Management wurden die harten Regeln für die Bewohner*innen des Camps bei #KaraTepe auf Lesbos veröffentlicht.

Die Menschen, die in dem sogenannten “Zwischenlager” Moria 2.0 leben müssen, dürfen das Gelände nur zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends verlassen. Doch auch dies nur unter Vorbehalt, denn von den rund 7000 geflüchteten Menschen, die dort eingesperrt sind, dürfen nur maximal 750 das Gelände verlassen. Das Problem: Im Camp gibt es keine ausreichende medizinische Versorgung und auch die zur Verfügung gestellten Nahrungsmittel reichen nicht aus, dass alle davon satt werden. Doch durch die Limitierung der Ausgänge können Menschen sich nicht selbst mit dem nötigsten versorgen.

Dieses Vorgehen zeigt: Den Behörden geht es nicht darum, schutzsuchenden Menschen zu helfen und sie sicher unterzubringen. Das ganze Lager ist von vorne rein so geplant, dass es den Menschen schlecht geht und wenn sie auf eigene Faust versuchen, ihr Leid etwas zu lindern, werden sie hart bestraft.

Wir fordern weiterhin die sofortige Evakuierung aller Lager. Wenn die Bundesregierung die Aufnahme weiter blockiert, müssen Bundesländer eigene Aufnahmeprogramme durchsetzen und so geflüchteten Menschen eine Perspektive in Europa bieten.