10. Dezember 2019 Deutschland nimmt bis heute keine Geretteten der Sea-Watch 3 auf


Trotz medienwirksamer Zusagen hat die Bundesregierung bisher keinen der geflüchteten Menschen aufgenommen, die von der Sea-Watch 3 im Juni unter Kapitänin Carola Rackete gerettet worden waren. Das Bundesinnenministerium hatte den italienischen Kolleg*innen versprochen, bis zu 14 Menschen aufzunehmen. Eine Recherche des Journalistenteams „Investigate Europe“ zeigt jetzt: Das ist nicht passiert; die Menschen leben in einem süditalienischen Lager in Crotone unter prekären Bedingungen. Da sie nicht in Italien bleiben, leben sie im Transferbereich des Lagers. Dadurch bekommen sie keine Sozialleistungen und keine fachärztliche Versorgung. Noch immer tragen sie die Sommerkleidung, die sie auf der Sea-Watch 3 bekommen haben.
In den Transferbereich des Lagers von Crotone zogen kürzlich 50 weitere Menschen ein. Sie wurden im September und Oktober von der Ocean Viking von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen gerettet. Auch hier gab die Bundesregierung die Zusage zur Aufnahme. Doch auch sie warten – und niemand weiß, wie lange.