29. Juli 2020 5 Tote an Europas Grenze

Am Sonntag sollen nach Medienberichten bei unterschiedlichen Bootsunglücken zwei Menschen ertrunken sein, vier werden noch vermisst. Parallel befanden sich mehrere Boote in europäischen Rettungszonen in Seenot und wurden tagelang nicht gerettet, obwohl europäische Behörden informiert waren. So auch ein Boot mit 95 Menschen an Bord, das erst 33 Stunden auf hoher See war, bevor maltesische Behörden eine Rettung einleiteten.

Nun berichtete das IOM, eine UN Organisation, dass 3 geflüchtete Menschen in Tripolis durch von der EU unterstützte Milizen erschossen wurden. Sie waren davor im Mittelmeer durch libysche Boote aus Seenot gerettet worden und sollten in Libyen zurück in sogenannte “Detention Camps” gebracht werden. 

Während sich Malta und Italien erneut darin üben, Seenotfälle bewusst zu ignorieren, hat Italien zusätzlich auch noch die Sea-Watch 3 und die Ocean Viking festgesetzt. In Deutschland hat das Verkehrsministerium mit einer Änderung einer Verordnung dafür gesorgt, dass drei Rettungsschiffe auf absehbare Zeit nicht mehr operieren dürfen.

Es ist klar, dass das leider “Alltag” geworden ist, doch wir dürfen uns nie an diese Realität gewöhnen. Es ist an uns allen, für jedes Menschenleben zu kämpfen, Rettungsorganisationen zu unterstützen, für sichere Fluchtwege und die Aufnahme zu kämpfen. Wir alle sind die Seebrücke!