23.05.2020 um 11:30 in Passau, Kleiner Exerzierplatz, Hofbauerngut, Altstadt, Passau, Bayern, 94032, Germany Wir haben Platz!

Organisiert von der Lokalgruppe Passau

Wir fordern die sofortige Evakuierung der griechischen Lager, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.
Bundesweit setzen sich seit Wochen große Teile der Gesellschaft für die Aufnahme von Schutzsuchenden, besonders aus den griechischen Lagern, ein. Um deutlich zu machen, dass wir auch in Passau dieser Verantwortung gerecht werden müssen und wir, anders als die Geflüchteten, die auf engstem Raum in den Flüchtlingslagern zusammengepfercht werden, genug Platz haben, rufen wir am Samstag den 23.05. von 11.30 bis 12.30 zu einer gemeinsamen Aktion mit allen Passauer*innen auf.

In Kooperation organisiert von Amnesty International und der Aktion Seebrücke Passau wollen wir den Exerzierplatz als Zeichen der Solidarität mit Stühlen füllen, unter dem Motto #WirHabenPlatz und #LeaveNoOneBehind. Jeder Stuhl steht für einen Platz für Schutzsuchende, Platz für Menschlichkeit, Platz für Humanität, Platz für ein gemeinsames solidarisches Leben, in dem keiner zurückgelassen wird!
Wir würden uns freuen, wenn ihr uns mit einem mitgebrachten Stuhl und Plakaten unterstützen würdet!

Dabei werden wir selbstverständlich die derzeitigen Hygienemaßnahmen einhalten. Das heißt, es können nur höchstens 50 Personen gleichzeitig teilnehmen, es muss eine Maske getragen werden, und achtet bitte auf die Abstandsregeln.
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Auch wir sind von der Covid-19-Pandemie betroffen. Doch die Möglichkeiten Hygienemaßnahmen einhalten zu können oder auch Menschenmassen vermeiden zu können ist ein Luxus und hat erlaubt, dass Ansteckungsketten unterbrochen oder verlangsamt werden konnten.
Doch diese Maßnahmen sind in den Flüchtlingscamps in Griechenland unmöglich. Zu viele Menschen leben viel zu dicht aufeinander. Insgesamt sind über 40.000 Menschen auf die griechischen Inseln geflohen. Überall sind die hygienischen Verhältnisse und die medizinische Versorgung katastrophal.
Allein im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos leben aktuell mehr als 20.000 Menschen, obwohl es nur für 3.000 Menschen angelegt wurde. In einigen Teilen des Flüchtlingscamps gibt es nur einen Wasseranschluss, den sich 1300 Menschen teilen. Familien mit fünf oder sechs Personen schlafen teilweise auf gerade mal drei Quadratmetern.
“Social-Distancing” ist schlicht nicht umsetzbar. Ein Corona-Ausbruch wird sich in den beengten Lagern nicht stoppen lassen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Frauen, Männer und Kinder in diesen menschenunwürdigen Bedingungen allein gelassen werden.