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Sterben für das Paradies – Vortrag zur Seenotrettung

Uhrzeit

07.11.2018 um 19:00

Ort

Erfurt, Allerheiligenstraße 9, 99084 Erfurt, Deutschland

Link

Am Mittwoch, den 7.November 2018 wird Till Rummenhohl in der Offenen Arbeit von seinen Erfahrungen an Bord des zivilen Rettungsschiffes Aquarius berichten.
Die Amnesty-Hochschulgruppe lädt in Kooperation mit SOS Méditerranée und der Seebrücke Erfurt am 7.11. um 19 Uhr zu diesem Vortrag mit anschließender Diskussion herzlich ein.

Auszug aus dem Pressetext:
“Wir bewegen uns in Zeiten steigender Migration, Radikalisierung und Abschottung. Teile der Welt sind durch Kriege, wirtschaftliche Ausbeutung und extreme politische Systeme kaum noch bewohnbar, wodurch viele Menschen – auf der Suche nach einer besseren, sichereren Zukunft – diese Länder verlassen. Ein Ziel: Europa. Ein Hindernis: das Mittelmeer.

Ich, Till Rummenhohl, fahre seit Sommer 2016 immer wieder mit der zivilgesellschaftlichen Organisation SOS Méditerranée auf Rettungsmission, um vor der libyschen Küste Menschen – die sich auf dem Weg ins geglaubte Paradies in Seenot befinden – zu retten. Hier habe ich das Privileg pure Menschlichkeit zu erleben; zwar viel Leid, aber ebenso viel Glück und Hoffnung zu sehen. Die Erlebnisse an Bord der Aquarius haben mich geprägt, meine Erfahrungen werden mich mein Leben lang begleiten. Doch nicht jeder hat die Chance, den Mut oder das Interesse eine solche Mission an zu treten; sich auf diese Art und Weise zu vergewissern, warum sich diese Menschen – denen wir nun immer öfter auf der Straße begegnen – auf diese gefährliche Reise begeben. Aber ist nicht genau diese Information, dieses Verständnis über das „Wie“ und das „Warum“ so wichtig, um Menschen zu verstehen, sie zu akzeptieren und zu integrieren?

Als ich von meinen Missionen auf dem Mittelmeer zurück kam, hörte ich immer öfter von Hass und Unverständnis gegenüber geflüchteten Menschen. Da wurde mir klar, dass ich diese Erfahrungen nicht für mich behalten darf. Wenn ich mir von meinen Mitmenschen wünsche, dass sie mit derselben Menschlichkeit, mit dem selben Verständnis an das große Thema „Migration“ heran gehen, muss ich Aufklärungsarbeit leisten; dann muss ich mehr Menschen mit meinen Berichten über das Erlebte erreichen. Deshalb möchte ich in meinem Vortrag „Sterben für das Paradies“ dazu einladen, mit mir gemeinsam die gesamte Reise der Fliehenden – vom Heimatland bis nach Europa – zu bestreiten, um zu sehen, wer diese Menschen sind.”