05.12.2019 um 17:00 in Zürich, Volkshaus, 60, Stauffacherstrasse, Langstrasse, Aussersihl, Zürich, Bezirk Zürich, Zürich, 8004, Schweiz Solidarität ist kein Verbrechen – Infoveranstaltung

Organisiert von der Lokalgruppe Schweiz

Seebrücke Schweiz mit Infostand vor Ort

Solidarität ist kein Verbrechen – Infoveranstaltung
Infoveranstaltung der Iuventa10, Wo unrecht zu Recht wird und Alarmphone

Über 200 freiwillige Besatzungsmitglieder arbeiteten ab Juni 2016 auf dem Rettungsschiff IUVENTA, bis es 2017 von einer italienischen Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurde. Die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung im zentralen Mittelmeer wird derzeit in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert. Weniger bekannt sind die vielen Fälle, in denen Frauen und Männer in ganz Europa verurteilt werden, weil sie solidarisch handeln und Menschen auf der Flucht beispielsweise Essen oder Unterkunft geben. Allein 2018 endet solidarisches Handeln in über hundert Fällen vor Gericht und teilweise im Gefängnis.

Gerade die Migrant*innen selbst trifft es, angeklagt wegen Schlepperei, am schlimmsten. Obwohl sie nur ein besseres Leben für sich und ihre Familien wollen, verschwinden sie bisweilen für Monate oder sogar Jahre hinter Gittern.

So ergeht es auch Flüchtenden, die es bis in die Schweiz schaffen und deren Fluchtgründe vom Schweizer Staat nicht anerkannt werden. Die repressive Kriminalisierung von abgewiesenen Asylsuchenden ist grenzenlos. In staatlichen Nothilfelagern registriert können sie jederzeit ohne weitere Begründung verhaftet und aufgrund ihres fehlenden Aufenthaltstitels bis zu fünfeinhalb Jahre inhaftiert werden. Aber auch das
Leben mit den ständigen Kontrollen und polizeilichen Razzien in den teilweise unterirdischen Nothilfelagern unterscheidet sich kaum von einem Gefängnisalltag.

Es berichten Seenotretter*innen, die seit 2016 im zentralen Mittelmeer auf unterschiedlichen NGO-Rettungsschiffen im Einsatz gewesen sind. Gegen sie wird in Italien wegen Beihilfe zur illegalen Einreise ermittelt.
Und Aktivist*innen, die als abgewiesene Asylsuchende kriminalisiert und eingesperrt wurden, geben Einblick in das Repressionssystem der Schweiz.