07.03.2020 um 18:30 in Leipzig, Augustusplatz, Leipzig-Zentrum, Mitte, Leipzig, Sachsen, 04109, Germany Grenze auf, Leben retten!

Organisiert von der Lokalgruppe Leipzig

Sichtbar machen, was hinter Stacheldraht geschieht – Samstag 7.3.2020 – Augustusplatz – Kundgebung mit Kurzfilmscreening zur Situation der Geflüchteten an der griechisch-türkischen Grenze und in Griechenland

Bringt warme sachen und gerne Tee, Transpies+Schilder mit !

Seit die Türkei am vergangenen Wochenende die Grenze nach Griechenland einseitig geöffnet hat werden dort tausende Geflüchtete mit Tränengas und Wasserwerfern von der griechischen Seite aus gewaltvoll am Grenzübertritt gehindert. Die griechische Regierung kündigte ebenfalls an, einen Monat keine Asylanträge mehr anzunehmen, was sofortige Abschiebungen bedeutet. Zusätzlich sollen laut griechischem Regierungssprecher Stelios Petsas Schießübungen an der Grenze für Abschreckung sorgen – die Gefährdung von Leib und Leben für Flüchtende wird billigend in Kauf genommen. Beides bricht Menschenrechte.

Die Bundesregierung und der Rat der EU begrüßen und unterstützen dieses Handeln Griechenlands aktiv, senden Personal und Gerät. Bundesinnenminister Seehofer hat das Credo ausgegeben: Erst Ordnung an der Grenze, dann humanitäre Maßnahmen. Vor allem aber sollen die Außengrenzen geschlossen bleiben.

Wir widersprechen deutlich:

Öffnet die Grenzen, jetzt!
Durch den Bruch von Menschenrechten kann nirgendwo Ordnung hergestellt werden, niemals! Das Verhalten der politischen Entscheidungsträger*innen nimmt zugunsten nationaler und internationaler machtpolitischer Interessen eine humanitäre Katastrophe in Kauf. Die Maßnahmen an der griechisch-türkischen Grenze sind keine Schutzmaßnahme sondern aktive Angriffe gegen Unschuldige, die sich aus Not in den Zustand größtmöglicher Unsicherheit begeben haben: die Flucht.

Wir fordern eine sofortige Lösung für die Geflüchteten an der Grenze und in den Lagern der griechischen Inseln. Jeder weitere Moment, den sie dort in unhaltbaren, menschenunwürdigen Zuständen aushalten müssen, ist einer zu viel. Es ist keine Zeit für Bürokratie und politisches Kräftemessen.