Fluchterfahrungen II

Uhrzeit

15.04.2019 um 19:30

Ort

Magdeburg, Café Central, Sternstraße 30,

Link

Link zum Event

Lokalgruppe

Lokalgruppe Magdeburg


 

Eine Veranstaltung über Flucht mit Erfahrungsberichten aus verschiedenen Perspektiven. Gegen das Vergessen – für Austausch und Vernetzung. Gemeinsam wollen wir Geschichten, Beweggründen, Zielen und Erfahrungen zuhören von Menschen, die selbst geflüchtet sind und von solchen, die sich aktiv der inhumanen Politik Europas entgegen treten.

Im Juli 2016 begann die Erste Rettungsmission der IUVENTA dem Schiff der Organisation JugendRettet. In insgesamt 15 Missionen konnten über 14.000 Menschen aus Seenot gerettet werden, die sonst auf der Suche nach Sicherheit in Europa im Mittelmeer ertrunken wären.
Ein Jahr später fand sich die IUVENTA präventiv beschlagnahmt am Hafen von Lampedusa. Seitdem wurden und werden auch andere Seenotrettungsorganisationen kriminalisiert und der Zusammenarbeit mit Schleppern beschuldigt, während im Mittelmeer weiterhin Menschen ertrinken.

Auch auf den griechischen Inseln, hauptsächlich Lesbos, Samos und Chios, welche am nächsten an der Türkei liegen, kommen weiterhin Schlauchboote an. Die Menschen werden direkt nach ihrer Ankunft in völlig überfüllte Auffanglager gesteckt, durch Abfertigungsprozesse gejagt und entweder direkt wieder abgeschoben oder durch enorm lange Wartezeiten auf den Inseln festgehalten als wären sie ein Gefängnis.
Die grundlegendsten Dinge, wie Wasserversorgung, Nahrung, sanitäre Anlagen, medizinische Versorgung und Bildung, wären nicht vorhanden, würden internationale Hilfsorganisationen sie nicht übernehmen.

Die EU übernimmt keine Verantwortung. Nicht auf dem Mittelmeer, nicht auf den Inseln, auch nicht auf dem Festland, wo in zahlreichen Ländern auf der Balkanroute oder in Frankreich, Spanien und Belgien Menschen unter inhumanen Bedingungen leben. Würde ist ein Menschenrecht. Leben ebenso.

Europa ermöglicht weder sichere Fluchtrouten, noch staatliche Rettungsprogramme. Stattdessen finanzieren die europäische Staaten nun die Akteure, die gestern skrupellose Schlepper waren, damit sie heute im Dienste Europas Flüchtende von der Überfahrt abhalten.
Währenddessen wird unter Anderem JugendRettet daran gehindert, durch Rettungsmissionen die humanitäre Katastrophe zu dokumentieren und Menschenleben zu retten.

Diese Umstände müssen weiterhin kritisiert werden und in der öffentlichen Diskussion präsent bleiben. Nur durch Empathie und Empörung können wir etwas ändern.

Lasst uns gemeinsam informiert bleiben. Kritisch bleiben. Hinschauen.
Wir laden dazu ein, den Menschen zuzuhören, die Europas Versagen am eigenen Leib erfahren mussten oder sich aktiv für die scheinbar verlorenen Menschenrechte vor Ort einsetzten.
++++++++++++++++
Eintritt frei (Solispende willkommen)