Alarmphone Café: Kannouta

Uhrzeit

12.09.2019 um 19:30

Ort

München, Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2-6

Link

Link zum Event

Lokalgruppe

Lokalgruppe München


Das Alarmphone Café zeigt den Film “Kannouta – why we take the boats” von Zied Ben Taleb und Margarete Twenhoeven. Arabisch mit dt. Untertiteln, 40 Min. Die Filmemacher*innen sind angefragt.

Anschließendes Gespräch mit Alarmphone München und Seebrücke München.

Kannouta ist die Bezeichnung für ein kleines Ruderboot. „Immer wieder hört man von Toten. Letztens erst habe ich gehört, dass welche mit einem Ruderboot, einer Kannouta, los sind. Eine Kannouta mit 14 Leuten drauf“, erklärt eine der interviewten Personen des Films die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer zwischen Tunesien und Europa. Kannouta enthält sowohl dokumentarische als auch fiktionale Sequenzen.
In knapp 40 Minuten liefert die Docfiction einen tiefen Einblick in die Perspektive derer, die diese Überfahrt nach Europa in kleinen Holz- oder Schlauchbooten wagen und dabei ihr Leben riskieren. 11 verschiedene Personen werden vorgestellt. Unter ihnen jugendliche Tunesier, die davon träumen nach Europa zu reisen. Ein Vater, der seinen Sohn bei der Überfahrt verloren hat und einer, der Überfahrten nach Europa organisiert. Die geschilderten Perspektiven sind hart und ehrlich. 5 Jahre nach der Revolution in Tunesien ist den Beteiligten kein Funken Hoffnung auf ein besseres Leben in Tunesien geblieben. In ihrem Alltag hat sich nichts verbessert. Auch aktuell, seit die Regierungen die Steuern zu Beginn des Jahres 2018 erhöht hat, gibt es wieder Proteste gegen die politische und wirtschaftliche Lage im Land. Die Regierung reagiert darauf mit Repressionen. 800 Menschen sind bisher festgenommen worden, weil sie sich der Bewegung Fech Nestannew? („worauf warten
wir?“) auf den Straßen angeschlossen haben. Kannouta lässt diejenigen eindringlich zu Wort kommen, die sonst nicht gefragt werden.

Alarmphone München in Zusammenarbeit mit der Seebrücke, Solicity München und dem Bellevue di Monaco versucht über solche Veranstaltungen der weltweiten Kriminalisierung von Flüchtenden und ihren Unterstützer*innen etwas entgegen zu setzen.