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35.000 Tote mahnen: Göttingen muss ein sicherer Hafen werden!

Uhrzeit

10.12.2018 um 16:30

Ort

Göttingen, Wilhelmspl., 37073 Göttingen, Germany

Link

Jede fünfte Person, die den Weg über das Mittelmeer sucht, ertrinkt oder gilt als vermisst. Göttingen muss endlich ein sicherer Hafen werden!

In unzähligen Städten Deutschlands, ja Europas wachsen Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die dem Sterben im Mittelmeer ein Ende setzen wollen. In manchen Städten und Gemeinden übernimmt die Politik diese Haltung. Die ersten 25 Geflüchtete konnten nun über diese Initiativen einreisen. Aber dieser Ruf nach einem Ende des Sterbens an den europäischen Außengrenzen kommt weder in den Göttinger noch in den Berliner Betonköpfen an. Deshalb werden wir jetzt lauter!

Seit dem Bootsunglück vor Lampedusa am 03.10.2013, bei dem nachweislich 366 Menschen ihr Leben verloren haben, kämpft auch das Göttinger Lampedusa-Bündnis im internationalen Chor der Solidarität mit Veranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen für eine menschenwürdige Aufnahmepolitik und das Ende des Mordens im Mittelmeer. Seitdem aber wurden die Grenzsicherungsmaßnahmen und schmutzigen Deals noch intensiviert. Heute zählen wir an den Außengrenzen an die 35.000 Tote und werden unerträglicher Zustände in den der EU vorgelagerten Camps gewahr. Egal ob wir nach Libyen, Lesbos oder Bosnien schauen, Menschenrechte finden hier keine Beachtung mehr. Im Gegenteil: Die Kriminalisierung der Seenotrettung wird fortgesetzt, AktivistInnen aus der Willkommensgesellschaft werden vor Gericht gezerrt, Diskurs und materielle Wirklichkeit verschieben sich europaweit nach Rechts.

In Göttingen hat der Stadtrat mehrere Anträge zur Aufnahme Geflüchteter aus dem Mittelmeerraum abgelehnt. Obwohl AntifaschistInnen, Linke, GRÜNE und Piraten dies mehrmals beantragt haben, stellen sich SPD, CDU und Verwaltung stur. Ja, eine zunehmend rücksichtslosere Abschiebepraxis in Göttingen spottet allen Bemühungen Hohn, hier Integration und Willkommenskultur zu praktizieren.

Deshalb hat das Lampedusa-Bündnis am 24.11.2018 eine Reihe von Kundgebungen und Gedenkveranstaltungen gestartet. Begonnen haben wir in Kooperation mit der Seebrücke Göttingen vor dem Auditorium Maximum, fortsetzen werden wir dies am Montag, den 10.12.2018, um 16:30 am Willhelmsplatz.

• Göttingen soll ein sicherer Hafen werden,
• die Patenschaft eines der Seenotrettungsschiffe übernehmen und
• regelmäßig zusätzlich Geflüchteten, die an den europäischen Außengrenzen gestrandet sind, in Göttingen Schutz bieten.

Hierzu laden wir alle Freunde und FreundInnen der Solidarität und Mitmenschlichkeit und alle KritikerInnen der europäischen Flüchtlingspolitik herzlich ein.

Das Göttinger Lampedusa-Bündnis